Heute in den Feuilletons "Nazis sind Mörder, keine angemalten Playmobil-Figuren"

Der "Freitag" überlegt, warum Filme über Nazis oft mit Klischees hantieren. In der "SZ" erklärt die Sängerin Elisabeth Kulman, warum sie keine Lust mehr auf Theater hat. Die "FAZ" lernt, dass Gewalt stärker ist als Kunst.


Efeu - Die Kulturrundschau

Kunst, 07.08.2015


Ihren Ansprüchen, Gewalt und deren Darstellung künstlerisch zu reflektieren, wird die Ausstellung "Fire and Forget - On Violence" in den Kunst-Werken in Berlin leider nicht gerecht, meint eine sichtlich enttäuschte Antje Stahl (FAZ): Das Reflexionsniveau bleibe weitgehend niedrig, stellt sie fest. So gebe es "sogar echte Granathülsen, arrangiert von dem Künstler Kris Martin, die hier goldschimmernd den Kunststatus einer Form behaupten, die anderswo Menschenleben zerstört. Einmal zum Kunstobjekt erklärt, 'verstört' die Granathülse nicht und bricht mit keinerlei Sehgewohnheit, wie immer gern behauptet wird, im Gegenteil: Die Kunstwelt entschärft das furchtbare Objekt."

Mark Siemons unterhält sich für die FAZ mit dem gerade durch Deutschland reisenden Künstler Ai Weiwei unter anderem über das Gerücht, Ai Weiwei habe sich mit seinen Überwachern über Kunsttheorie unterhalten: Er "sagt, die Gespräche mit den chinesischen Staatsvertretern in den vergangenen Jahren hätten ihm geholfen, das besser zu verstehen, was er selbst Kunst nenne. Auf die Frage, ob er sich mit den Polizisten tatsächlich über Kunsttheorie gestritten habe, sagt er: 'Ich bin nicht befugt, irgendwem zu erklären, was zeitgenössische Kunst ist. Aber ich bin daran interessiert herauszufinden, was ein neuer Ausdruck und eine neue Kommunikation zwischen Menschen und Bevölkerungsgruppen sein kann.'"

Weitere Artikel: In der Berliner Zeitung schreibt Ingeborg Ruthe darüber, was der Ai Weiwei mit seiner neu erlangten Reisefreiheit eigentlich so vorhabe. Bei der achten Momentum-Biennale in Moss betrachtet Sabine B. Vogel für die Presse Tunnelvisionen von 25 Künstlern.

Besprochen werden die Ausstellung "Glory Hole" im Salzburger Kunstverein ( Standard ) und das Festival "Höhenrausch - Das Geheimnis der Vögel" im OÖ Kulturquartier in Linz ( taz ).

Film, 07.08.2015

In Paris sorgt die Indizierung von Garpard Noés neuestem Film "Love", der wegen Sex erst ab 18 zugelassen ist, für Diskussionen. Kulturministerin Fleur Pellerin interveniert bereits beim Conseil d'Etat, um das Verbot zu lockern. Jean-Jacques Aillagon, ehemaliger Kulturminister, twittert:



In einem schönen kleinen Porträt stellt NZZ-Autor Martin Walder den preisgekrönten Filmcutter der New-Hollywood-Regisseure Walter Murch vor, den er in Locarno als Filmphilosoph erlebte, der Flaubert und Beethoven zu den geistigen Vätern des Films erklärte: "Da war einerseits Flaubert, dessen literarischer Realismus dem unscheinbaren Detail metaphorische Bedeutung abgerungen hat. Genau davon lebt auch die Filmmontage. Auf der andern Seite erschloss Beethoven im energischen Erweitern, Verkürzen und Verwandeln der rhythmischen und orchestralen Struktur der Musik neue emotionale Räume. Auch dies ist für den Filmschnitt konstitutiv."

Anlässlich von Dietrich Brüggemanns Rassismus-Komödie "Heil" überlegt der Sozialwissenschaftler David Begrich im Gespräch mit Matthias Dell vom Freitag, warum filmische Auseinandersetzungen mit Nazis oft mit tradierten Klischees hantieren, die von der Realität längst überholt sind: "Interessant wäre der Versuch, nicht die Tumbheit des Ressentiments vorzuführen, sondern die Härte und Authentizität neonazistischer Ideologie zu bebildern. Nazis sind Mörder, keine angemalten Playmobil-Figuren. So was kann man zeigen. Möglichst nah dran an deren Selbstbildern, um dann die Ästhetisierung der Gewalt zu brechen."

FR-Fernsehkritiker Harald Keller empfiehlt den bereits 2012 in der Prä-Snowden-Ära entstandenen, erstaunlich hellsichtigen Arte-Vierteiler "Secret State" (hier in der Mediathek), der für ihn in der besten Tradition britischer, vor brisanten Stoffen nicht zurückschreckender Fernsehkost steht: "Es ist diese Art von intervenierender, zeitgenössischer Fernseherzählung, an der in Deutschland Mangel herrscht. ... Kommende [deutsche] Serien wie 'Deutschland 83', 'Sedwitz', 'Babylon Berlin' haben gemeinsam, dass sie den Blick teils weit in die Vergangenheit richten."

Außerdem: Im neuesten Podcast von critic.de unterhalten sich die Filmkritiker Lukas Foerster, Frédéric Jaeger, Nino Klingler, Ekkehard Knörer und Cristina Nord über aktuelle Kinofilme. Jan Küveler berichtet für die Welt von der Gamescom in Köln. In Rom widmete sich eine Tagung dem Giallo, dem italischen Thriller der 60er und 70er Jahre, berichtet Ulrich Mannes auf artecock. Dunja Bialas (artechock) resümiert die 63. Filmkunstwochen, bei denen es auch Scopitones, Vorläufer der Musikvideos also, zu sehen gab.

Besprochen werden Christopher McQuarries "Mission Impossible 5" ( taz , Perlentaucher ), Alexandre Ajas Horrorfilm "Horns" mit Daniel Radcliffe ( Perlentaucher ),  der Thriller "True Story" mit Jonah Hill und James Franco ( FR , artechock ), Mark Monheims Coming-of-Age-Komödie "About A Girl" ( Tagesspiegel , FR ), Gustavo Tarettos Frauenkomödie "Las Insoladas" ( Tagesspiegel ) und Isabel Coixets Führerscheinkurs-Komödie "Learning to Drive" mit Ben Kingsley ( Tagesspiegel , Welt ).

Literatur, 07.08.2015

Georg Kohler schreibt in der NZZ zum 90sten Geburtstag der Ezra-Pound-Tochter und Dichterin Mary de Rachewiltz. Laila Oudray schaut sich für die taz in der Welt der Slash-Fiction um, einer homoerotisch aufgeladenen Form von Fan-Fiction, die sich unter anderem genüsslich ausmalt, wie es Sherlock Holmes und Dr. Watson miteinander treiben. Seinem Anspruch zum Trotz ist Michael Endes "Jim Knopf", der vor 55 Jahren veröffentlicht wurde, kein antirassistisches Werk, findet Lalon Sander in der taz. Marco Stahlhut porträtiert in der FAZ den indonesischen Meinungsforscher, Politikerberater, Philanthropen, Internet-Star, Mäzen und darüberhinaus auch noch Schriftsteller Denny JA.
 
Besprochen werden Hanif Kureishis "Das letzte Wort" ( Tagesspiegel ), Philippe Jaccottets "Sonnenflecken. Schattenflecken" ( Zeit ), Oliver Sacks' Autobiografie "On the Move" ( Zeit ), Dana Grigorceas "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" ( FR ), Peter Høegs "Der Susan Effekt" ( Berliner Zeitung ) und die Erinnerungen des französischen Althistoriker Paul Veyne ( NZZ ).

Bühne, 07.08.2015

Die Mezzosopranistin Elisabeth Kullman erklärt im Gespräch mit der SZ, warum sie für szenische Auftritte nicht mehr zur Verfügung stehen will: "Sänger hätten im Theater fast keinen Spielraum mehr, weil ihnen alles vorgeschrieben werde. Ihr kreatives Potenzial komme kaum zum Ausdruck. ... Oft sei es leider so, dass die Proben mehr der Selbstfindung des Regisseurs als der Verwirklichung des Werks dienten. 'Für mich war das immer sehr belastend, sieben Wochen jeden Tag sechs bis acht Stunden zu proben. Zur Premiere bin ich dann leer, nicht nur körperlich kaputt, sondern auch innerlich, seelisch leer.'"

Außerdem: Beim Auftakt zum Sommerfestival in der Hamburger Kampnagelfabrik musste Welt-Kritiker Stefan Grund erst eine museale Stunde mit "Available Light" von Lucinda Childs absitzen, bevor es mit Douglas Gordons Videoinstallation "End of Civilisation" interessant wurde.

Besprochen werden Claus Guths Salzburger "Fidelio"-Inszenierung ( FR , mehr in unserer gestrigen Kulturrundschau).

Musik, 07.08.2015

Christian Schachinger stellt im Standard den syrischen Weltmusikstar Omar Souleyman und dessen neues Album "Bahdeni Nami" vor. Dabke-Tanzmusik ist sein Ding: "Bei hoher Geschwindigkeit ... wird hier mit einem Mann hinter zwei wie ein Krummhorn im Hormonrausch quäkenden Billigsdorfersynthesizern und Gästen an Oud, Saz oder diverser Perkussion zu wogenden und schwingenden Beats Dabke-Musik produziert. ... Ein Duracell-Hase auf Speed malträtiert die Alleinunterhalter-Orgel. Darüber gibt ein mit kehliger Stimme auf Arabisch und Kurdisch vortragender Sänger im Frage-Antwort-Dialog mit den Melodieinstrumenten den Liebesboten und forschen Tanzdiktator."

Die vom Goethe-Institut ermöglichte "Geniale Dilletanten"-Schau im Münchner Haus der Kunst über den deutschen Punk- und NDW-Underground der frühen 80er Jahre findet auch Jesper Petzke (Jungle World) aus vielen, bereits von seinen Kollegen genannten Gründen nicht geglückt. Hinzu kommt bei ihm aber noch, dass es der Ausstellung auch nicht gelinge, ihren durch den Nationalsozialismus einschlägig vorbelasteten Ausstellungsort zu reflektieren: "Es spricht nicht für die Konzeption der Schau, wenn Gabi Delgado-López von D.A.F. den Mussolini tanzt und die Protagonisten in einem eigens produzierten Interviewfilm ihre Verwendung der deutschen Sprache explizit nicht als Hinwendung zu einer Nationalkultur bezeichnen, die damit begonnene Hinterfragung der deutschen Nation aber im musealen Kontext nicht fortgeführt wird."

Weitere Artikel: In der taz macht sich Tim Caspar Boehme angesichts kaum mehr messbarer Absätze von Klassik-CDs in den USA Sorgen um den Fortbestand der Klassik-Abteilungen der Majorlabels. Eric Pfeil verzieht sich ins dunkle Stübchen und frönt süßen Italo-Soundtracks, wie er in seinem Poptagebuch beim Rolling Stone berichtet. Malte Hemmerich berichtet in der SZ von der Bachwoche in Ansbach. Im Tagesspiegel berichtet Gregor Dotzauer vom Auftakt des Jazz- und Improvisationsfestivals "A l'arme" in Berlin.

Besprochen werden zwei neue CD-Editionen mit Martha Argerich ( NZZ ), eine neue Aufnahme von Bachs h-Moll-Messe ( NZZ ), Laura Cannells neues Album "Beneath Swooping Talons" ( The Quietus , hier eine Hörprobe), das neue Album "Ygg Hurr" der Postrock-Blackmetal-Band Krallice ( Pitchfork ), das neue Album von Tame Impala ( taz ), die von Jens Balzer herausgegebenen "Tocotronic-Chroniken" ( Skug ), das zweite Album der Band Gloria, hinter der sich TV-Ulkmeister Klaas Heufer-Umlauf und Wir sind Helden-Bassist Mark Tavassol verbergen ( taz ), das neue Album der Maccabees ( taz ) und ein Konzert von Mick Harvey ( taz ).


9Punkt - Die Debattenrundschau

Internet, 07.08.2015

Uli Ries zitiert bei heise.de eine Rede der Internetaktivistin Jennifer Granick, die den Traum eines freien Internets als immer gefährdeter ansieht. Hauptgründe sind für sie Zensur und Überwachung durch Staaten - auch demokratische. "Auch die Passivität, mit der die Web-Nutzer diese Einschränkungen hinnähmen, trage zum langsamen Dahinsiechen bei. Dazu komme, dass es einige wenige Engpässe gebe - Level 3 für Glasfaserverbindungen, Google für Suche und E-Mail, Amazon für Cloud-Dienste und so weiter -, die eine effiziente staatliche Kontrolle und Zensur möglich machen."

Fotos plantschender Kinder und stillender Mütter verstoßen gegen Facebooks Gemeinschaftsstandards, nicht jedoch Hassbotschaften und Mordaufrufe, berichtet Thomas Lückerath in DWDL und fordert, dass soziale Netzwerke Verantwortung für ihre Inhalte übernehmen: "In diesem Fall, könnte Medienregulierung auch endlich mal im Sinne der Nutzer von Bedeutung sein. So wie klassische Medien für ihre verbreiteten Inhalte verantwortlich sind, muss eine vergleichbare Verantwortung auch für soziale Netzwerke gelten. Wer auch immer zuhause in Jogginghose am Kacheltisch sitzt und hasserfüllt seine Kommentare in die Tastatur hämmert - er oder sie füllt technisch gesehen erst einmal ein Eingabeformular auf einer Website aus. Das würde kaum jemand mitbekommen, wenn es nicht vom weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook verbreitet, auffindbar gemacht und auch trotz Meldung toleriert werden würde."

Gesellschaft, 07.08.2015

Jürg Altwegg erzählt in der FAZ die reichlich giftige Geschichte der Eva Ionesco, die einst von ihrer Mutter Irina zu Kinderpornos gezwungen wurde, aber auch in anderen Filmen als Lolita auftrat. Sie war auch auf einem Spiegel-Cover zu sehen, das der Spiegel inzwischen aus seinem Archiv entfernt hat, so Altwegg. Die beiden streiten sich um die künstlerischen Rechte an den Filmen. Und nun hat Eva Ionescos Lebensgefährte Simon Liberati einen Roman über die Geschichte geschrieben, den Irina verbieten lassen will: "Ein gutes Dutzend Stellen beanstandet sie, vertreten wird sie vom renommiertesten Pariser Anwalt in Sachen Freiheit der Kunst und Persönlichkeitsschutz, Emmanuel Pierrat. Dass in dieser Affäre noch irgendwelche Grenzen - der Gesetze, der Geschmacklosigkeit - übertreten werden könnten, ist doch mehr als fraglich." (mehr in der Complete Review )

Kulturpolitik, 07.08.2015

Im Gespräch mit Jens Bisky (SZ) verteidigt Hermann Parzinger den Begriff des "shared heritage" gegen Mark Siemons' Kritik in der gestrigen FAZ (unser Resümee) und das Humboldt-Forum gegen den Vorwurf des Kolonialismus: "Es gibt keine einzige Rückforderung, die von staatlicher Stelle vorgetragen wird. Gäbe es sie, würden wir sie prüfen. Unsere Museen sind ja keine Trophäen-Sammlungen voller Raub- und Beutekunst, wie oft unterstellt wird. Als Universalmuseum bietet die Gesamtheit der Sammlungen der Stiftung vielmehr einzigartige Möglichkeiten, die gesamte Welt zu betrachten. Der transparente Umgang mit der Herkunft der Bestände gehört zur Präsentation dazu."

Europa, 07.08.2015

In der NZZ denkt der Schriftsteller Hans Christoph Buch über die Flüchtlingsproblematik nach und kommt zum Schluss, dass es keine einfachen Lösungen gibt: "Die in Sonntagsreden beschworenen Menschenrechte gelten nicht oder nur mit Einschränkungen für das, was an den Grenzen der EU passiert, die quer durch unsere Wohnzimmer verlaufen, denn Schengen ist kein realer, sondern ein virtueller Ort, und Europa versucht die Quadratur des Kreises, wenn es gleichzeitig aufnehmen und abschieben will, möglichst im selben Atemzug."

Passend dazu bringt Zeit online eine interessante Infografik über alle 40 im Jahr 2014 von europäischen Flughäfen gestarteten Abschiebeflüge.

Überwachung, 07.08.2015

Im Gespräch mit Fabian Federl (Tagesspiegel) spricht der Künstler James Bridle, der gerade in Berlin ausstellt, darüber, wie man ein Thema wie Überwachung überhaupt greifbar macht: "Es hat eine Dematerialisierung der Strukturen gegeben. Foucault ging es um Formen der Architektur, des Urbanen. Heute können wir nicht mehr irgendwo hinzeigen und sagen: 'Da, das ist Überwachungsarchitektur', weil diese sich in unseren elektronischen Geräten abspielt. Deshalb bestehen Edward Snowdens Enthüllungen vor allem aus Powerpoint-Präsentationen. Wie soll man über etwas reden, das nicht greifbar ist? Ich versuche, solche komplexen Systeme erfahrbar zu machen."

Politik, 07.08.2015

Die Anwesenheit Ai Weiweis regt Christoph von Marschall vom Tagesspiegel zu einer Meditation über die Frage an, wie die Bundesrepublik einst mit Dissidenten aus dem Osten umging - zumeist ignorant: "Hat die Gesellschaft hierzulande nicht deshalb auf die ehrende Heraushebung der Dissidenten verzichtet, weil damit die Herabsetzung der Mitläufer, also der Mehrheit, verbunden gewesen wäre? Ein Risiko in Demokratien."

In der SZ gewährt der Schriftsteller Mahmud Doulatabadi einen Einblick in den Iran in den Wochen nach dem Atomabkommen: "Die Menschen versuchen, sich allmählich aus der Resignation und Perspektivlosigkeit herauszuretten. Das ist der erste Schritt, allerdings ein schwerer. Diese Lage stimmt nicht überein mit dem Eindruck, den die Medien heute über Iran vermitteln, dass nämlich alles in bester Ordnung sei. Genauso wenig traf das zuvor vermittelte Bild zu, Iran werde von sinisteren, dem Westen gegenüber feindselig gestimmten Mullahs beherrscht, denen das Volk unwidersprochen Folge leistetet und sich sonst um nichts anderes kümmert."

Medien, 07.08.2015

In der Netzpolitik-Affäre kam mal wieder die Frage auf, ob "selbsternannte" Blogger die Privilegien amtlicher Journalisten genießen dürfen. Medienexperte Wolfgang Schulz meint im Gespräch mit Christian Meier von der Welt, dass die Grenze kaum zu ziehen ist. "Nur massenmediale Öffentlichkeit zwingt alle Beteiligten dazu, sich auf den Skandal um die Ermittlungen gegen die Blogger einzulassen, bis die Affäre schließlich abgeschlossen ist. Aber darüber hinaus erfüllen auch Aktivisten punktuell wichtige Aufgaben und verdienen Schutz."

(Via Metronaut ) So richtig warm geworden ist die FAZ doch immer noch nicht mit diesem Internet, das ihren Redakteuren Status und Dienstwagen nahm. Vorgestern sprach sie mit Blick auf Netzpolitik noch von "selbsternannten Blogwarten". Dann beschwert sich Stefan Tomik über die Netzpolitiker: Sie "verfolgen eine eigene politische Agenda, organisieren den Widerstand etwa gegen Vorratsdatenspeicherung und Netzüberwachung. Aufrufe zu Demonstrationen gehören dazu. Darin sind sie Lobbyisten näher als Journalisten."

Und ja, Jon Stewart hat in seiner letzten Show geweint, hält Alex Weprin von Capitalnewyork fest.

Geschichte, 07.08.2015

Das Bildungsministerium von Jekaterinburg hat in einem Brief die Schulen und Hochschulen der Region aufgefordert, Bücher der britischen Historiker Antony Beevor und John Keegan aus ihren Bibliotheken zu verbannen, berichtet Shaun Walker im Guardian: "Beevor's work has caused outrage in Russia, particularly his book on the fall of Berlin in 1945, which contains extensive material about rapes carried out by Soviet soldiers against German women... 'Many history scholars believe that these authors mistakenly interpret information about the events of the second world war, contradict historical documents, and are imbued with the propagandistic stereotypes of nazism,' a spokesperson for the regional governor told Kommersant newspaper."



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