Pornografie-Verdacht Schweizer Vertrieb stoppt "Spex"-Auslieferung

Sex - aber doch nicht in der Schweiz! Weil das Musikmagazin "Spex" zwei Aufnahmen aus den Sessions zum Aufklärungs-Bestseller "Make Love" zeigt, hat ein Grossist die Auslieferung in der Eidgenossenschaft gestoppt. Auch in Luxemburg ist das Blatt deshalb nicht erhältlich.

Aktuelle "Spex"-Ausgabe: "Irritierende Erfahrung"
Spex/ Foto: Heji Shin

Aktuelle "Spex"-Ausgabe: "Irritierende Erfahrung"


Hamburg/Berlin - Das Titelbild zeigt den Buchstaben X vor schwarzem Hintergrund. Darin montiert: Zwei nackte Leiber, offenbar befasst mit einer etwas intimeren Spielart des zwischenmenschlichen Kontakts. Die Zeile spielt auf die handelsübliche Abkürzung für Pornografie an, aber auch auf eine Band fast gleichen Namens: "The xx(x)-Issue" - in ihrer aktuellen Ausgabe beschäftigt sich die in Berlin erscheinende Musikzeitschrift "Spex" wie immer mit Pop, aber auch mit Sex. Oder zumindest mit dessen Darstellung in der Popkultur. In der Schweiz und Luxemburg wurde das Heft deshalb von den dortigen Grossisten nicht ausgeliefert.

Der Auslöser dafür, so teilt die "Spex"-Redaktion auf ihrer Homepage mit, seien mögliche Verstöße gegen Jugendschutzrichtlinien, die von den Grossisten beim deutschen Vertrieb der Zeitschrift moniert worden seien. "Spex"-Chefredakteur Torsten Groß zeigte sich auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE befremdet über die von keiner Behörde angeordneten, vorauseilenden Entscheidungen der Vertriebsfirmen: "Es war eine neue, irritierende Erfahrung für uns, dass ein Grossist in gewisser Weise Zensur ausübt."

Ausgelöst haben den Auslieferungsstopp zwei Fotos im Heftinneren. Sie zeigen zum einen eine Frau mit leicht geöffneten Schamlippen und zum anderen zwei Finger in einer Scheide. Es handelt sich um Arbeiten der Fotografin Heji Shin aus den Sessions zum Aufklärungsbuch "Make Love". Das ist in Deutschland sehr erfolgreich und zudem frei erhältlich - bei Amazon empfohlen ab 14 Jahren.

sha



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