Premieren-Kurzkritik "Glatzer" Volkshochschulkurs statt Gegenwartstheater

Freitag Abend feierte "Glatzer" Premiere im Brandenburger Theater. Doch im Richtungsstreit zwischen Autor, Regisseur und Schauspielern blieb das Bühnenstück auf der Strecke. Nur eine gründliche Überarbeitung hilft. Die SPIEGEL-ONLINE-Kurzkritik:

Von Holger Kulick


Schauspieler:

Mühten sich redlich, agierten aber zum Teil wenig aufeinander abgestimmt. Mitunter wussten sie sich nicht zwischen Kabarett und Doku-Drama zu entscheiden.

Bühnenbild: Das Beste am Stück, minimalisische Büroausstattung vor politischen Fotogroßprojektionen.

Text: Weniger wäre mehr gewesen. Zu plakativ wurde Wirklichkeit nur abgebildet, aber nicht reflektiert oder künstlerisch verschlüsselt.

Story: Aus einem interessanten Stoff lässt sich mit Holzhämmern einfach nichts stricken.

Beifall: Magere 3 Minuten 56 Sekunden.

Ausblick: Wenn der Autor zurücksteckt und den Theatermachern mehr Handlungsfreiheit gewährt, kann das Stück nur gewinnen. Andernfalls bleibt es ein Volkshochschulkurs über Polit-Intrigen. Was soll aber dann das ganze Theater?



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.