Entscheidung des Presserats zu Trump-Cover Beschwerden sind unbegründet

21 Beschwerden gingen beim Presserat gegen ein Titelbild des SPIEGEL ein, das Donald Trump mit dem abgeschnittenen Kopf der Freiheitsstatue zeigt. Der stufte die Einsprüche nun als unbegründet ein.

SPIEGEL-Cover
Edel Rodriguez für den SPIEGEL

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Donald Trump als Henker, der den bluttriefenden Kopf der Freiheitsstatue in der Hand hält: Dieses Cover einer Februar-Ausgabe des SPIEGEL löste Diskussionen aus. Es gab Lob, beim Presserat gingen aber auch 21 Beschwerden ein, weil das Bild diffamierend und ehrverletzend sei. In seiner Sitzung am 23. März bewertete das Gremium diese Einschätzung als unbegründet.

Auf seiner Webseite schreibt der Presserat: "Die Karikatur ist zwar provokant, aber ein zulässiger Beitrag im Rahmen der politischen Berichterstattung, der von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Die Redaktion setzt sich in Form einer satirischen Karikatur in überspitzter Art und Weise mit dem umstrittenen Agieren des US-Präsidenten und seinem Verständnis von Freiheit auseinander."

Gestaltet wurde das Titelbild von dem aus Kuba stammenden Künstler Edel Rodriguez, der 1980 in die USA geflohen war. Gegenüber der "Washington Post" sagte er über Trumps gescheiterten Versuch, einen Einreisestopp für Menschen aus bestimmten mehrheitlich muslimischen Ländern zu verhängen: "Das ist eine Enthauptung der Demokratie, die Enthauptung eines heiligen Symbols."

Ebenfalls als unbegründet wertete der Presserat Beschwerden gegen ein Cover der Deutschland-Ausgabe der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", das sich an das SPIEGEL-Motiv anlehnte. Darauf war Angela Merkel zu sehen, die den abgeschnittenen Kopf von Martin Schulz in der Hand hält. Auch hier werde laut Presserat keine presseethische Grenze überschritten.

kae

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