Pulitzerpreise Recherchen zu Finanzen der Trumps ausgezeichnet

Schweigegeldzahlungen und Geschäftspraktiken: Zwei große US-Zeitungen sind für ihre Recherchen zu Donald Trump mit dem Pulitzerpreis geehrt worden. Auch eine Regionalzeitung gewann einen Pulitzer.

Dana Canedy, die Leiterin des Pulitzerpreis-Komitees
Bebeto Matthews/ AP/ DPA

Dana Canedy, die Leiterin des Pulitzerpreis-Komitees


Sie widerlegten Behauptungen des Präsidenten und legten Steuervermeidungstricks offen: Für ihre Recherchen über US-Präsident Donald Trump sind die Zeitungen " New York Times" und "Wall Street Journal" mit zwei der prestigeträchtigen Pulitzerpreise ausgezeichnet worden. In der preisgekrönten Berichterstattung ging es um die Finanzen der Trump-Familie und die während des Wahlkampfs 2016 getätigten Schweigegeldzahlungen an zwei mutmaßliche frühere Sexpartnerinnen des heutigen Präsidenten.

Die "New York Times"-Reporter David Barstow, Susanne Craig und Russ Buettner wurden in der Kategorie "Erklärende Berichterstattung" für ihre 18-monatige Recherche und anschließende Artikelserie zum Geschäftsimperium der Trumps geehrt. Sie hätten unter anderem Trumps Behauptung widerlegt, er habe seinen Wohlstand aus eigener Kraft erworben, würdigte das Pulitzerpreis-Komitee die Leistung der Journalisten. Auch hätten sie gezeigt, dass das Trump-Unternehmensimperium "mit Steuervermeidungstricks gespickt" sei.

Die "New York Times"-Journalisten hatten in ihren Artikeln vom vergangenen Oktober unter anderem enthüllt, dass Trump über die Jahre von seinem Vater Zahlungen in Höhe von 413 Millionen Dollar erhalten hatte. Die Gelder sollen demnach teilweise über eine Scheinfirma geflossen sein, um Steuern zu vermeiden. Trump soll seinen 1999 und 2000 verstorbenen Eltern demnach auch einst geholfen haben, ihren Immobilienbesitz kleinzurechnen und so Steuern zu sparen.

Berichte über Schulmassaker in Florida

In den 14 journalistischen von insgesamt 21 Kategorien ging die Auszeichnung in der Sparte "Nationale Berichterstattung" an die Regionalzeitung "Sun-Sentinel" für ihre Berichterstattung nach dem Massaker an einer Highschool in Florida. Das Blatt habe Versagen an Schulen und bei Strafverfolgern vor und nach der Bluttat im Februar 2018 in Parkland aufgedeckt, so Dana Canedy, die Leiterin des Komitees.

An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland hatte im Februar 2019 ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und 3 Erwachsene erschossen. Canedy erwähnte auch die Schülerzeitung "Eagle Eye" der Highschool, die Nachrufe auf die Todesopfer veröffentlichte.

Ein weiterer Pulitzerpreis ging an die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) für ihre Berichterstattung über den Bürgerkrieg im Jemen. Geehrt wurde ferner die Nachrichtenagentur Reuters für ihre Berichterstattung über gegen die muslimische Rohingya-Minderheit in Myanmar verübte Gräueltaten.

Die seit 1917 vergebenen Pulitzerpreise sind nach ihrem Stifter, dem in Ungarn geborenen amerikanischen Journalisten und Verleger Joseph Pulitzer (1847-1911) benannt. Im vergangenen Jahr wurden unter anderem die drei Journalisten ausgezeichnet, die mit Berichten in der "New York Times" und im Magazin "New Yorker" die Affäre um sexuelle Übergriffe von Filmproduzent Harvey Weinstein aufdeckten.

Aretha Franklin und Richard Powers geehrt

Die meiste Aufmerksamkeit gilt bei den Pulitzern den ausgezeichneten Medien und Journalisten. Begehrt sind aber auch Preise in den weiteren Kategorien etwa zu Musik, Literatur, Geschichte und Poesie.

Soulsängerin Aretha Franklin wurde mehr als ein halbes Jahr nach ihrem Tod mit einem Pulitzerpreis ausgezeichnet, nachdem sie "über mehr als fünf Jahrzehnte unauslöschliche Beiträge zur amerikanischen Musik und Kultur" geleistet habe, hieß es. In den Kategorien Literatur, Biografie und Poesie gewannen Richard Powers für den Roman "Die Wurzeln des Lebens" (Lesen Sie hier die Kritik von SPIEGEL ONLINE), Jeffrey Stewart für "The New Negro" über den New Yorker Philosophen Alain Locke und Forrest Gander für seine Elegien-Sammlung "Be With".

brs/dpa/AFP



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