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10. April 2017, 22:57 Uhr

Pulitzerpreis

"Washington Post" für Berichterstattung über Trump ausgezeichnet

Die Berichterstattung mehrerer Medien zu US-Präsident Donald Trump sowie die Enthüllung der "Panama Papers" sind mit dem wichtigsten Journalistenpreis ausgezeichnet worden.

Der US-Reporter David Fahrenthold von der Zeitung "Washington Post" ist für seine kritische Berichterstattung über Donald Trump während des Wahlkampfs mit dem renommierten Pulitzerpreis ausgezeichnet worden. Das Preiskomitee würdigte Fahrentholds investigative Arbeit am Montag in New York als "Modell für transparenten Journalismus".

Fahrenthold hatte über den geheimen Videomitschnitt aus dem Jahr 2005 berichtet, in dem der Immobilienmogul und heutige Präsident sich mit sexuellen Übergriffen gegen Frauen brüstete. Außerdem recherchierte der "Washington Post"-Journalist zu Trumps Selbstdarstellung als großzügiger Spender für wohltätige Zwecke, die sich vielfach als unwahr herausstellte.

Lokalzeitung für "Dienst an der Öffentlichkeit" ausgezeichnet

Den Preis in der Königskategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" gewann die Lokalzeitung "New York Daily News" und die stiftungsfinanzierte Recherchegruppe ProPublica für die Aufdeckung von diskriminierendem Missbrauch von Zwangsräumungsregelungen in New York.

Für die Panama Papers bekam das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ), der in Kalifornien sitzende Medienkonzern McClatchy und der "Miami Herald" den Preis für "erklärende Berichterstattung".

Da die Pulitzerpreise nur US-Medien auszeichnen, aber Zeitungen in zahlreichen Ländern mit recherchiert hatten, in Deutschland etwa die "Süddeutsche Zeitung", würdigte der Vorsitzende des Pulitzerpreis-Gremiums, Mike Pride, indirekt auch die beteiligten Medien: "Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war", sagte er.

Drei Pulitzerpriese für die "New York Times"

Der Preis fürAuslandsberichte ging an die "New York Times" für ihre Artikel über die aggressiven Methoden von Russlands Präsident Wladimir Putin zur Ausweitung des russischen Einflusses in der Welt. Auch in den Kategorien Reportage und Foto räumte die "New York Times" ab.

Zu den Preisträgern gehörten weiter die "Chicago Tribune" und der "New Yorker", aber auch kleinere Medien wie die "Charleston Gazette-Mail" aus West Virginia und die "East Bay Times" in Kalifornien. Für die besten Kommentare wurde Peggy Noonan vom "Wall Street Journal" geehrt.

Die Pulitzerpreise, die in diesem Jahr bereits zum 101. Mal vergeben werden, gibt es in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik. 14 Sparten betreffen journalistische Arbeiten.

Auszeichnungen für sieben nicht-journalistische Kategorien

Für seinen Sklaverei-Roman "The Underground Railroad" wurde der US-Autor Colson Whitehead geehrt, in der Kategorie Sachbuch gewann Matthew Desmond mit dem Werk "Evicted: Poverty and Profit in the American City" über Zwangsräumungen in den USA.

Lynn Nottage wurde für "Sweat" in der Kategorie Schauspiel geehrt, Tyehimba Jess für "Olio" in der Kategorie Poesie und Du Yun in der Musik-Kategorie für das Opern-Werk "Angel's Bone".

In der Kategorie Geschichte gewann Heather Ann Thompson mit dem Buch "Blood in the Water: The Attica Prison Uprising of 1971 and Its Legacy". Hisham Matar wurde in der Kategorie (Auto-)Biografie für "The Return: Fathers, Sons and the Land in Between" geehrt.

sun/dpa/AFP

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