Neuer TV-Sender Gegenwart US-Nachrichtenkanal sendet auf Russisch

Ein neuer TV-Kanal soll Zuschauern in Osteuropa eine Alternative zu russischen Auslandssendern bieten. Ins Leben gerufen wird er von der vom US-Kongress finanzierten Sendeanstalt Radio Free Europe.
Nachrichten im neuen Sender Current Time

Nachrichten im neuen Sender Current Time

Foto: Current Time Network

Current Time (Gegenwart) ist der Name eines neuen TV- und Internetsenders, der Menschen von Litauen bis Kasachstan mit Informationen unabhängig von den Auslandssendern Russlands versorgen soll. Produziert wird Current Time von Radio Free Europe, einem vom Kongress finanzierten US-Auslandssender. Der Sendebetrieb wurde laut Pressemitteilung am 7. Februar aufgenommen.

Das Programm reicht demnach von politischen Debatten über Wirtschaftssendungen bis hin zu Kultur und gesellschaftskritischen Themen. Es ist über Kabel, Satellit und Internetfernsehen unter anderem in der Ukraine, Georgien, den Baltenstaaten und Deutschland zu empfangen. Eine Onlineredaktion soll über Internet und Social Media die jüngeren Generationen des Zielpublikums erreichen.

Ein wenig erinnert die Sprache der Pressemitteilung  an Zeiten des Kalten Krieges: Current Time bringe "echte" News und sei eine Alternative zu den vom Kreml gesponserten Medien, heißt es. Auch sollen die Zuschauer hier Dokumentationen sehen können, die in Russland nicht zugänglich seien.

Logo des neuen, russischsprachigen Senders Current Time, der vom US-Kongress finanziert wird

Logo des neuen, russischsprachigen Senders Current Time, der vom US-Kongress finanziert wird

Foto: RFE/ RL/ Current Time Network

Tatsächlich stammt die produzierende Sendeanstalt aus dem Kalten Krieg. Radio Free Europe nahm 1950 seinen Sendebetrieb in München auf und diente dazu, Menschen im Herrschaftsbereich der Sowjetunion mit Informationen aus dem Westen zu versorgen. Bis in die Siebzigerjahre stammte ein Großteil des Budgets vom US-amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA. Die Sowjetunion sahen darin damals ein feindliches Propaganda-Instrument.

Beobachter sprechen auch jetzt wieder von einem Informationskrieg zwischen Russland und den USA. Im Jahr 2014 lancierte ein staatliches russisches Medienunternehmen das Nachrichtenportal "Sputnik", das Beiträge in 30 Sprachen produziert. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb , der Sender betreibe russische Staatspropaganda.

Auch die Europäische Union fürchtet, Russland könne durch gezielte Falschinformationen Einfluss auf Wahlen in Europa nehmen. Das "Strategische Kommunikationsteam Ost" des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) warnt eindringlich vor einer Einflussnahme Moskaus.

kae/dpa
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