Reality-Fernsehen Angst vorm Fliegen

Urwald und Alm haben als Reality-Kulissen ausgedient. In "Hire or Fire – der beste Job der Welt" müssen sich zehn Bewerber in den Dschungel der Geschäftswelt begeben. Wer heil wieder herauskommt, macht Karriere bei Fernsehmilliardär John de Mol. Wer Mist baut, fliegt.


Strenger Chef: TV-Produzent John de Mol
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Strenger Chef: TV-Produzent John de Mol

Der Job ist gut bezahlt, aber dafür auch ziemlich nervenaufreibend. Fernsehproduzent John de Mol sucht einen neuen Kreativ-Direktor für sein Unternehmen. Was woanders ein langweiliger Gesprächsmarathon hinter verschlossenen Türen ist, wird im Hause de Mol kurzerhand als neues TV-Format verkauft.

Aus zehn Bewerbern wählt der Erfinder der "Traumhochzeit" und Gründer des TV-Konzerns Endemol den besten aus, alle anderen müssen gehen. Ab 27. September sind acht Folgen der neuen Reality-Show bei ProSieben zu sehen.

Acht Wochen lang haben die Bewerber Zeit, de Mol von ihrem Können zu überzeugen. Zuvor mussten sie sich bereits bei einer Vorauswahl gegen Tausende von Konkurrenten behaupten. Der akademische und berufliche Hintergrund der Möchtegern-Manager spielte dabei keine Rolle. Egal was die Kandidaten zuvor gemacht haben, neben einem breiten Basiswissen müssen sie vor allem Kreativität, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit mitbringen - denn wer einen Fehler macht, fliegt.

Das Schicksal der zehn Kandidaten liegt allein in den Händen des TV-Milliardärs. Nur er entscheidet, wer geht und wer bleiben darf. Jede Woche werden Aufgaben gestellt, jede Woche fliegt einer raus - vielleicht auch mal zwei. Wer diesem Druck stand hält und sich gegen die Konkurrenz durchsetzt, bekommt den Job, ein Jahresgehalt von bis zu 300.000 Euro, einen Assistenten und einen Dienstwagen.

NBC-Show "The Apprentice": "You're fired"
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NBC-Show "The Apprentice": "You're fired"

Neu ist die Idee von "Hire or Fire" allerdings nicht. De Mols Vorbild findet sich in den USA, wo das Format bereits mit dem Prototyp des Tycoons zu sehen war: Donald Trump. Die amerikanischen Zuschauer waren davon begeistert, wie Trump in der NBC-Show "The Apprentice" den harten Chef markierte. Mit einem Gesicht, das John Wayne bei jedem Duell alle Ehre gemacht hätte, deutete er wöchentlich auf einen Kandidaten und sprach sein vernichtendes Urteil: "You're fired!" Die Sendung war ein Quoten-Hit.

Schafft de Mol die Trump-Imitation, könnte das Sendeformat auch in Deutschland ein Erfolg werden. Immer wenn Menschen sich in der jüngsten Vergangenheit psychischem Stress oder bodenloser Peinlichkeit ausgesetzt haben, schnellten die Einschaltquoten in die Höhe - der Dschungel und die Alm lassen grüßen. Aber auch für de Mols berufliche Zukunft wird die Show wegweisend sein. Der Produzent war im Frühjahr aus dem von ihm gegründeten Unternehmen Endemol, das inzwischen zum spanischen Telefonriesen Telefonica gehört, ausgeschieden und hat sich selbstständig gemacht. Jetzt braucht der mächtige Fernsehmanager neue Erfolge im Kampf gegen die Konkurrenz.



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