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Medieneklat in Hanoi Weißes Haus schloss mehrere Reporter aus

Die Trump-Administration hat es wieder getan: Wegen missliebiger Fragen durften US-Journalisten in Hanoi am Dienstag nicht an einer Presseveranstaltung mit Donald Trump und Kim Jong Un teilnehmen. Betroffen waren vier Reporter.

Unangenehme Fragen zu den Aussagen von Michael Cohen während des Gipfels in Hanoi? Nein, danke. Verschiedene US-Medien berichten, Donald Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders habe am Dienstag vier Journalisten von der Berichterstattung ausgeschlossen, nachdem diese ihn zu den Aussagen seines Ex-Anwalts befragt hatten.

Journalisten sollten laut Gipfelprotokoll die Gelegenheit haben, an einer Presseveranstaltung mit Trump und Kim Jong Un teilzunehmen. Bei einem dieser sogenannten "pool sprays" stellten Reporter Berichten der "Washington Post" und der Nachrichtenagentur Reuters zufolge Fragen zu den Aussagen von Cohen vor dem US-Kongress.

So soll Jonathan Lemire, ein Reporter der Nachrichtenagentur Associated Press, Trump um eine Reaktion auf Cohens Anschuldigungen gebeten haben. Der US-Präsident verzog daraufhin das Gesicht und schüttelte den Kopf.

Nach dem Ende des zweiten Treffens soll Sarah Sanders den Presseraum betreten und verkündet haben, zum dritten "pool spray" seien nur noch Fotografen zugelassen. Grund seien Sorgen wegen der Fragen, die bei den vorausgegangenen Treffen gerufen worden seien.

In der anschließenden Diskussion konnten die Journalisten Sanders eigenen Aussagen nach überzeugen, zumindest den Korrespondenten der "Los Angeles Times" und einen Radioreporter zuzulassen. Vier Journalisten aus dem "White-House"Presscorp" blieben aber ausgeschlossen, darunter Reporter der Agenturen Reuters, Associated Press (AP) und Bloomberg.

Eli Stokols, der zugelassene Mitarbeiter der "Los Angeles Times", twitterte später, während das Weiße Haus Reporter für ihre Fragen bestrafte, habe Trump beim dritten Treffen mit der Presse das Blitzlichtgewitter genossen und einen Mitarbeiter um Fotos gebeten, die er mit Kim teilen wolle.

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Die Nachrichtenagenturen wehren sich gegen die Behandlung ihrer Mitarbeiter. Eine Sprecherin von AP sagte: "Es ist enorm wichtig, dass alle Präsidenten der USA die Freiheit der Presse respektieren, nicht nur zu Hause, sondern erst recht während Auslandsbesuchen."

Die "Washington Post" wurde noch deutlicher. Die Schlagzeile zu ihrem Bericht  über den Vorfall lautet: "Das Weiße Haus umarmt in Hanoi Medien-Despotismus".

Bei der regulären Pressekonferenz zum vorzeitigen Ende des Gipfels am heutigen Mittwoch seien Angaben von teilnehmenden Pressevertretern zufolge wieder alle Reporter zugelassen worden. Auch wurden mehrere Fragen zum Fall Cohen gestellt, die Trump bereitwillig und ausführlich beantwortete.

kae/Reuters