Reporter ohne Grenzen 2015 starben weltweit 110 Journalisten im Dienst

Irak und Syrien sind für Reporter die gefährlichsten Länder zum Arbeiten. Dort starben laut Jahresbilanz von Reporter ohne Grenzen je neun Journalisten, weltweit waren es 110. Riskant sind aber nicht nur Kriegsgebiete.
Screenshot vor der Hinrichtung eines Reporters durch den IS: Das Grauen

Screenshot vor der Hinrichtung eines Reporters durch den IS: Das Grauen

Foto: Jund Al-Khilafah / Islamic State/ picture alliance / dpa

2015 wurden weltweit 110 Journalisten getötet. Das teilte die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) in ihrer Jahresbilanz der Pressefreiheit  mit. Mindestens 67 von ihnen seien wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen, besonders viele davon im Irak, in Syrien, in Frankreich und im Jemen. Obwohl dies hauptsächlich Kriegsländer seien, sei eher der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" charakteristisch: Fast zwei Drittel der getöteten Journalisten starben außerhalb von Kriegen.

Am gefährlichsten für Reporter ist es im Irak und in Syrien: Dort wurden 2015 jeweils mindestens neun Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet, so Reporter ohne Grenzen. So stünden im syrischen Aleppo Journalisten im fünften Jahr des Bürgerkriegs zwischen allen Fronten, während im irakischen Mossul die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reihenweise Journalisten vertrieben, entführt oder ermordet habe. In Frankreich wurden bei dem Attentat auf "Charlie Hebdo" acht Journalisten ermordet. Im Jemen starben mindestens sechs.

Doch auch in anderen Ländern sei Journalismus ein lebensgefährlicher Beruf: In Indien lebten jene Journalisten besonders gefährlich, die etwa zu Verbindungen zwischen dem organisierten Verbrechen und der Politik oder zu heiklen Umwelthemen recherchierten. In Mexiko habe die Ermordung eines Fotojournalisten in Mexiko-Stadt gezeigt, dass die Gewalt gegen Reporter nicht auf gefährliche Regionen wie die Bundestaaten Veracruz und Oaxaca beschränkt sei. In Bangladesch hätten mutmaßliche Islamisten innerhalb des Jahres vier Blogger ermordet.

"In viel zu vielen Ländern riskieren Journalisten ihr Leben, wenn sie über brisante Themen recherchieren oder die Mächtigen kritisieren", sagte ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert. Bislang liefen alle Bemühungen ins Leere, Gewalt gegen Journalisten zurückzudrängen.

skr/dpa
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