Türkei Freispruch für Vertreter von Reporter ohne Grenzen

Wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda saß Erol Önderoglu von Reporter ohne Grenzen zwischenzeitlich in Untersuchungshaft - jetzt ist der Journalist und Türkei-Experte in Istanbul freigesprochen worden.

Erol Önderoglu: zwischenzeitlich in Untersuchungshaft
Ozan Kose/ AFP

Erol Önderoglu: zwischenzeitlich in Untersuchungshaft


Prozessbeginn war im November 2016: Der Türkei-Experte von Reporter ohne Grenzen (ROG), Erol Önderoglu, ist in Istanbul vom Vorwurf der Terrorpropaganda freigesprochen worden. Das entschied das Gericht im Stadtteil Caglayan nach Angaben von Prozessbeobachtern. Auch die Vorsitzende der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und der Autor Ahmet Nesin, die im selben Verfahren angeklagt worden waren, wurden freigesprochen.

Hintergrund der Anklage war die Teilnahme an einer Solidaritätskampagne für die inzwischen geschlossene prokurdische Tageszeitung "Özgür Gündem". Önderoglu, Fincani und Nesin hatten symbolisch die Leitung der Zeitung übernommen.

Nach dem Putschversuch vom Juli 2016 wurde das Blatt wegen angeblicher Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geschlossen. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte nach dem gescheiterten Putsch mehr als 100 Medien und Verlage per Dekret schließen lassen.

Die drei Angeklagten saßen zwischenzeitlich in Untersuchungshaft, kamen nach internationalen Protesten aber wieder frei.

evh/dpa



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