Rant gegen "Print-Szene" Rezo-Video löst Irritationen bei Journalisten-Verband aus

YouTuber Rezo, als CDU-Zerstörer bekannt geworden, lästert in einem neuen Video über journalistische Inhalte und Methoden. Der DJV veröffentlichte zunächst eine kritische Pressemitteilung, zog sie dann wieder zurück.

Rezo (rechts) mit Rick von den Space Frogs (Screenshot): "Ey, wer liest das?"
SPACE FROGS/ YouTube

Rezo (rechts) mit Rick von den Space Frogs (Screenshot): "Ey, wer liest das?"


Drei Tage vor der Europawahl wurde YouTuber Rezo durch ein Video mit harter Kritik an der CDU berühmt, jetzt waren die Medien sein Thema: Als Gast bei dem YouTube-Kanal Space Frogs attackierte er bestimmte Journalisten und Medien, über die er sich geärgert hat. "Journalisten sind teilweise so dumm", klagte Rezo.

Er kritisierte, dass eine Zeitung ihn um eine Stellungnahme zur Flugzeugnutzung von Menschen gebeten habe, die in einem seiner Videos zu sehen gewesen seien. Die Anfrage fand Rezo so nicht nachvollziehbar. Aus seiner Sicht war es die "unnötigste Mail, die ich seit Langem erhalten habe".

Rezo blätterte in dem Video aktuelle Zeitungsausgaben durch und regte sich dabei über manches auf: "Ey, wer liest das, wer kauft das, wer unterstützt das finanziell?", fragte er angesichts der Schlagzeile einer Boulevardzeitung über gewaltbereite Flüchtlinge. Er warf der Zeitung vor, einerseits zu fragen, warum Facebook nichts gegen Hetze unternehme, gleichzeitig aber selbst nichts dagegen zu tun.

Der YouTuber beschwerte sich außerdem über einen unangemeldeten Besuch von "Bild"-Journalisten, wunderte sich darüber, dass Tageszeitungen noch das Fernsehprogramm veröffentlichen und machte sich lustig darüber, dass Boulevardzeitungen berichteten, was es bei Heidi Klums Hochzeit zu essen gab.

Ist Rezos Kritik eine pauschale Diffamierung?

"Es gibt auch gute Journalisten", räumte Rezo ein, "das ist wie bei YouTube." Aber dann legte er mit harter Kritik nach: "Ich bin so froh, dass das kein Teil von meinem Leben ist, dass diese ganze Printwelt ganz fern von mir ist, Alter."

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte Rezo in einer Pressemitteilung scharf, nahm die Kritik aber später zurück. Innerhalb des Verbandes gebe es unterschiedliche Einschätzungen dazu, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner zur Begründung.

DJV-Vorsitzender Frank Überall sagte der Deutschen Presse-Agentur, er halte die pauschale Diffamierung, dass Printmedien von gestern seien, nach wie vor für problematisch. Gerade jungen Leuten bei YouTube mit auf den Weg zu geben, Tageszeitungen seien etwas für Ewiggestrige, finde er traurig. Aber nicht alle im DJV hätten die Kritik Rezos als pauschale Diffamierung wahrgenommen.

Rezo, der in dem Video mit den blauen Haaren zu sehen ist, die als sein Markenzeichen gelten, hat auf seinem eigenen YouTube-Kanal 1,7 Millionen Abonnenten. Im Mai machte er mit seinem "Zerstörung der CDU"-Video von sich reden, in dem er der Partei unter anderem vorwarf, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und "krasse Inkompetenz" beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik an den Tag zu legen.

Hinweis der Redaktion: Wir haben einige Formulierungen dieses Artikels geändert, die den Eindruck erweckt haben könnten, Rezo habe alle Medien gleichermaßen attackiert.

feb/dpa

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