"Riesige Summe" China unterstellt Ai Weiwei Steuerhinterziehung

Seit Wochen wird er festgehalten, jetzt haben die chinesischen Behörden ihre Vorwürfe gegen den oppositionellen Künstler Ai Weiwei konkretisiert: Seine Firma Fake Cultural Development habe im großen Stil Steuern hinterzogen und absichtlich Unterlagen zerstört.
Künstler Ai Weiwei (im März 2010): Steuerermittlungen

Künstler Ai Weiwei (im März 2010): Steuerermittlungen

Foto: GRACE LIANG/ REUTERS

Hamburg/Peking - Die chinesische Polizei hat einer Firma des festgenommenen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei Steuerbetrug vorgeworfen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Freitag unter Berufung auf die Polizei, die Firma Fake Cultural Development habe eine "riesige Summe" an Steuern hinterzogen. Wie es unter Berufung auf Vorermittlungen weiter hieß, soll die Firma zudem "absichtlich Abrechnungsunterlagen zerstört" haben. Der Menschenrechtsanwalt Liu Xiaoyuan, ein Freund des Künstlers, sagte, er könne die Anschuldigungen nicht kommentieren. Er kritisierte aber, dass Ai nach wie vor festgehalten werde.

Der international anerkannte Künstler und prominente Kritiker der chinesischen Regierung war am 3. April festgenommen worden und wird seitdem an einem unbekannten Ort festgehalten. Am vergangenen Wochenende durfte er Besuch seiner Familie empfangen. Die chinesische Regierung hatte zuvor nur bekanntgegeben, dass Ai "Wirtschaftsverbrechen" vorgeworfen werden, zu Details äußerte sie sich bislang nicht. Die Polizei erließ bislang keinen offiziellen Haftbefehl gegen Ai.

sha/AFP
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