Riskante Kunst-Aktion Plakatiert, provoziert, inhaftiert

Man kann einem Staatschef eine kleben, ohne ihn anzufassen. Mit Plakaten zum Beispiel. Der dänische Aktionskünstler Jan Egesborg knöpfte sich in Wien Wladimir Putin vor - und wurde prompt verhaftet.


In seiner neuesten Polit-Aktion hat der dänische Künstler Jan Egesborg den russischen Präsidenten Wladimir Putin angegriffen. Egesborg hatte am Wiener Karlsplatz Plakate mit der ironischen Frage "Erschießt Putin Journalisten?" angebracht, wobei die ersten beiden Worte in großen Lettern zu sehen waren. Die Aktion hat ihn - zumindest vorerst - die Freiheit gekostet. Er sei von rund 20 Polizisten umstellt und inhaftiert worden, sagte der Künstler telefonisch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mittlerweile steht ihm ein Anwalt zur Seite.

Künstler Egesborg: Missstände öffentlich machen
DPA

Künstler Egesborg: Missstände öffentlich machen

Egesborg hatte bereits angekündigt, während des Putin-Besuchs in Österreich mit seiner Gruppe "Surrend" auf die "Missachtung der Meinungsfreiheit in Russland" aufmerksam machen zu wollen. Der Staatspräsident soll morgen in Wien eintreffen.

Die Gruppe "Surrend" ist international aktiv und hat zuletzt im Februar mit verfremdeten Nazi-Plakaten in Berlin Aufsehen erregt. Damit wollten die Künstler auf die Wahlerfolge der NPD in mehreren deutschen Bundesländern aufmerksam machen.

Im vergangenen Jahr sorgten die Künstler weltweit für Schlagzeilen mit einer Anzeige in einer Teheraner Zeitung. Diese sah auf den ersten Blick aus wie ein Unterstützungs-Appell für Präsident Ahmadinedschad. Auf den zweiten Blick war sie eine beleidigende Botschaft, denn von oben nach unten gelesen ergaben die Anfangsbuchstaben der Sätze auf Englisch das Wort "Schwein".

hho/dpa



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