Holocaust-Aussage des Extinction-Rebellion-Mitgründers Ullstein Verlag zieht Hallam-Buch zurück

Der Extinction-Rebellion-Mitgründer bezeichnet den Holocaust als "nur einen weiteren Scheiß in der Menschheitsgeschichte". Deshalb stoppt sein deutscher Verlag die geplante Veröffentlichung von Roger Hallams Buch "Common Sense".

Extinction-Rebellion-Mitbegründer Roger Hallam: Empörte Reaktion
Andres Pantoja/ SOPA Images/ ZUMA Wire/ DPA

Extinction-Rebellion-Mitbegründer Roger Hallam: Empörte Reaktion


Der Mitgründer der radikalen Umweltbewegung Extinction Rebellion (XR) hat den Holocaust als "fast normales Ereignis" in der Menschheitsgeschichte bezeichnet. "Tatsache ist, dass in unserer Geschichte Millionen von Menschen unter schlimmen Umständen regelmäßig umgebracht worden sind", sagte der Brite Roger Hallam der "Zeit", die das Zitat als Vorabmeldung am Mittwoch verbreitete. Für ihn sei der Holocaust "nur ein weiterer Scheiß in der Menschheitsgeschichte".

Als Reaktion auf die Aussagen Hallams hat nun der deutsche Buchverlag Ullstein die für den 26. November geplante Veröffentlichung seines Buches "Common Sense - Die gewaltfreie Rebellion gegen die Katastrophe und für das Überleben der Menschheit" zurückgezogen.

"Der Ullstein Verlag distanziert sich in aller Form von aktuellen Äußerungen Roger Hallams", hieß es in einem Verlagsstatement. Aus diesem Grund werde sein Buch "Common Sense" nicht erscheinen: "Die Auslieferung des Buches wurde mit sofortiger Wirkung gestoppt."

Auch in der Politik sorgten Hallams Äußerungen für scharfe Kritik. Bundesaußenminister Heiko Maas reagierte empört: "Der Holocaust ist mehr als Millionen Tote und grausame Foltermethoden. Jüdinnen und Juden industriell zu ermorden und ausrotten zu wollen, ist einzigartig unmenschlich. Das muss uns immer bewusst sein, damit wir sicherstellen: nie wieder!", schrieb er auf Twitter.

Extinction Rebellion Deutschland distanzierte sich von Hallam und sprach von "verharmlosenden und relativierenden Äußerungen zum Holocaust". Seine Aussage sei "in Diktion wie Inhalt für XR Deutschland nicht tragbar". Hallam sei kein Sprecher für XR Deutschland und habe sich nicht mit der deutschen Organisation abgesprochen. Er sei bei der Bewegung in Deutschland nicht mehr willkommen.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, forderte auch andere Ableger von Extinction Rebellion dazu auf, sich von Hallam loszusagen. Die Bewegung "muss sich in Gänze glasklar von ihm distanzieren", sagte Habeck der "Bild"-Zeitung.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach auf Twitter von "inakzeptablem Gerede" Hallams, das den Holocaust relativiere. "Warum dieses antisemitische und rechtsradikale Framing, wenn es doch angeblich um Klimaschutz geht?"

feb/dpa

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