S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle Gebärauftrag verweigert!

Die Fahrradhelme liegen bereit, der Chinesisch-Unterricht ist gebucht, das Bio-Essen ist gekocht: Was spricht - abgesehen vor der großen Angst vor allem - dagegen, jetzt ein Kind zu bekommen?

Innerhalb kurzer Zeit ist es mir gelungen, mir die Maskulinisten, eine vermutlich extrem humorvolle Splittergruppe des Opus Dei, junge Mädchen, die gegen ihre feministischen Mütter protestieren und wieder auf ihr Recht auf Verschleierung pochen, sowie Menschen, die in 3000 Zeichen das allumfassende Abklären aller Möglichkeiten erwarten, mit meinen aufbauenden Wochenschriften zum Feind zu machen.

Doch das sind nur Teilerfolge. Will man sich richtig in die Scheiße setzen, sollte man unbedingt etwas über Kinder schreiben. Es gibt außer im Computerbereich kaum ein Fachgebiet, in dem sich mehr Experten aufhalten und wo die Emotionen schneller eskalieren. Über das hochartifizielle Gebiet der Kinderzubereitung darf nur eine Meinung haben, wer seinem Gebärauftrag nachgekommen ist. Seien Sie beruhigt. Ich habe dem Land 16 Kinder geschenkt. Wie Radieschen steckten sie im Boden, ich musste sie nur pflücken und schau an, sie waren alle tätowiert. An den Tattoos werdet ihr sie erkennen, später, das klare Bekenntnis zum Mainstream, aber zurück zum Thema.

Die Masern, von denen Wissenschaftler hofften, sie bis 2015 ausgerottet zu haben, sind auf Grund einer Impfskepsis zurückgekehrt. Ich glaube, ich las dasselbe jüngst über die Windpocken, vielleicht war es auch die Pest. Impfskeptiker. Toll, wenn sich Menschen ohne jedes Fachwissen per Gebärauftrag zu Experten erklären.

Aber es war vermutlich auch nie komplizierter Kinder großzuziehen als heute, in der Zeit des universal zugänglichen Unwissens. Der Mensch, zumal mit Verantwortung, ist in einer Art Angststarre befindlich, es gibt tausend Möglichkeiten, und alle führen zum Tod. Das vielverlachte Helmtragen ist so ein Beispiel. Natürlich sagen wir Alten, dass wir früher auf unseren Riesengurken ohne Gangschaltung und ohne Helme glücklich waren, aber da waren die Straßen auch noch leer und die Menschen entspannter, weil sie noch nicht in einer Angststarre befindlich waren.

Soll man sein Kind drillen, wie diese Übermutter asiatischer Herkunft, die jüngst ein Buch schrieb? Die Kinder zum Ballett-, Sprach- und Musikunterricht, kaum das sie die Windeln abgelegt haben, obwohl, eigentlich kann man Chinesisch auch mit Windeln lernen. Biologisches Essen, atmungsaktive Kleidung, Impfskepsis, das volle Programm, um dem Nachwuchs eine Zukunft in der globalisierten Welt zu sichern. Oder soll man dem Kind die Haare wachsen lassen, es nicht mit antibakterieller Lösung übergießen und es einfach in die Schlammgrube zum Spielen schicken? Ich als Gebärskeptikerin wüsste es nicht. Meine Bewunderung gilt allen, die mit der Kinderherstellung eine lebenslange Verantwortung übernehmen, die eigentlich alles nur falsch machen können, denn ein richtig gibt es doch kaum.

"Sie wolln dich Rangulf-Torben nennen, du sollst mit 3 schon Wettkampf rennen, Klaviere stehn in deinem Zimmer, die Eltern lieben sich lang nimmer, wenn du sie siehst an Eichentischen, sich mit Bakterientüchern wischen, du liebes Kind, dann rat ich dir, bleib lieber sehr weit weg von hier."

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