Schauspiel Stuttgart Harald Schmidt macht den Hamlet

Schmidt oder nicht Schmidt? Das ist nicht mehr die Frage. Jedenfalls nicht für das Stuttgarter Theater. Das Haus hat den Entertainer verpflichtet – für ein Hamlet-Musical. Autor der Shakespeare-Adaption: ebenfalls Schmidt.


Stuttgart - Liegt es an der nagenden Unzufriedenheit mit Kollege Oliver Pocher? Oder an den kulturlosen Gästen, die wahlweise "Feuchtgebiete" oder Vaginalsekret mitbringen? Harald Schmidt, so ließ das Schauspiel Stuttgart heute wissen, wird jedenfalls das Ensemble des Hauses verstärken.

Entertainer Schmidt: Hamlet statt Pocher
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Entertainer Schmidt: Hamlet statt Pocher

Der Stoff, mit dem Schmidt die kommende Spielzeit beglücken soll, ist natürlich feinste Dramenliteratur: Hamlet muss es schon sein, wenn Deutschlands renommiertester Talkmaster auf die Bühne steigt.

Wie der zaudernde Dänenprinz dann letztlich in Erscheinung treten wird, ist allerdings offen: Der Shakespeare-Stoff wurde von Schmidt zum Musical umgeschrieben. Regie wird Christian Brey führen, der zuletzt in der Theaterfarce "Außer Kontrolle" Kritik und Publikum überzeugte.

Schmidt ist kein Theaternovize, im Gegenteil. Der studierte Theaterdarsteller und Musiker spielte erst 2002 am Bochumer Schauspielhaus den Lucky in Samuel Becketts modernem Klassiker "Warten auf Godot". Auch in Daniel Besses Stück "Direktoren" war er auf der Ruhrbühne zu sehen. Im vergangenen Jahr brachte der 50-Jährige in Stuttgart die erfolgreiche Revue "Elvis lebt. Und Schmidt kann es beweisen" auf die Bühne.

"Ich habe nur 30 Jahre gebraucht, um nach der Schauspielschule in Stuttgart festes Ensemblemitglied am Staatstheater Stuttgart zu werden", sagte Schmidt mit gewohnter Ironie zu seinem neuen Engagement, "so schnell geht es nicht bei vielen. Ich fände es toll, wenn durch solide Leistung von mir im Ensemble das Fernsehen auf mich aufmerksam würde."

dan/dpa



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