Scheidender MDR-Intendant Reiter erstaunt, dass die ARD "überhaupt sendet"

Der dienstälteste Intendant der ARD tritt überraschend zurück: Im Interview mit dem SPIEGEL erklärt Udo Reiter, warum er sich nach 20 Jahren als MDR-Chef wie ein Dinosaurier fühlt und warum er sich darüber wundert, dass die ARD ein sendefähiges Programm zustande bringt.

Scheidender MDR-Intendant Reiter: "20 Jahre sind genug"
DPA

Scheidender MDR-Intendant Reiter: "20 Jahre sind genug"


Der scheidende MDR-Intendant Udo Reiter, 67, hat seinen bevorstehenden Rücktritt näher begründet. "20 Jahre sind genug. Meine alten Weggefährten, Intendanten wie Jobst Plog oder Fritz Pleitgen, aber auch der frühere ARD-Programmchef Günter Struve sind inzwischen alle weg. Andere sind schon gestorben. Ich muss nicht als letzter öffentlich-rechtlicher Dinosaurier durch die Landschaft ziehen", sagte Reiter in einem Interview mit dem SPIEGEL.

Auf die Frage, ob die ARD rückblickend nicht einem großen Kindergarten ähnele, in dem jeder seine Interessen versucht durchzusetzen, antwortete Reiter: "Die ARD ist ein Gesamtkunstwerk. Das Erstaunlichste an ihr ist, dass sie überhaupt sendet. Das grenzt an ein Wunder. Wenn neun Anstalten mitreden, kommt man naturgemäß schwer zu einer Entscheidung. Irgendwie hat das dann aber trotzdem immer geklappt."

Mit dem Kinderkanal-Skandal habe sein Rücktritt nichts zu tun, beteuerte Reiter im SPIEGEL. "Im Gegenteil. Ich wollte schon Anfang des Jahres meinen Rücktritt ankündigen. Doch da mochte ich dann doch nicht von Bord gehen, weil die Kika-Sache auf dem Höhepunkt war."



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