S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle Gebärt doch, ihr Bratzen!

Warum spielen sich Menschen eigentlich als Richter über die Gebärmutter ihrer Nachbarin auf? Die eine Frau bringt ein Kind auf die Welt, die andere treibt ab. Falls Sie es noch nicht gewusst haben sollten: Es gibt kein Recht auf Lebensherstellung.

Eine wackere Frau mit Schüttelfrisur hält zwei Kinder an den Händen . Man sieht die beiden von hinten, da hängen Schilder um ihre Hälse. Danke Mama, ich darf leben, steht darauf. Okay, denkt man sich, korrekt ihr kleinen Racker, dass ihr euch einmal bei eurer Mutter bedankt, aber hätte dazu nicht ein kleines Gedicht genügt? Muss man denn alles öffentlich machen, jeden Furz, in Zeiten der sozialen Medien?

Überdies: Eine seltsame Aussage für zwei Kinder, nicht älter als sechs, und ob sie da wohl selber darauf gekommen sind? Ob sie gebettelt haben, Mama, Mama, wir wollen am Marsch fürs Leben teilnehmen und diese Schilder sollen wie Fahnen um unseren Hals hängen? Erwachen die kleinen Biester jeden Morgen und denken, hallo Morgen, du Geschenk Leben, das ich hiermit bejahe? Und ist es wirklich so schrecklich, nicht geboren zu werden? Es kann sich doch sowieso niemand an die Zeit vor seiner Geburt erinnern.

Und doch will der Marsch fürs Leben, von der Deutschen Bahn gesponsert, wackelnden Fußes, so ist der Website des Unterfangens zu entnehmen, ein Zeichen setzen: "Mit dem Marsch für das Leben gedenken wir der Kinder, die Tag für Tag in Deutschland noch vor ihrer Geburt getötet werden. Niemand kann sagen: 'Wir haben von nichts gewusst.' Wir fordern Politik und Gesellschaft auf, das schreiende Unrecht der Abtreibung zu beenden, Tötung durch Selektion zu verhindern und das erneute Aufkommen der Euthanasie zu stoppen."

Richter über die Gebärmutter der Nachbarin

Schwerer Tobak. Vermutlich von Christen in die Dunkelheit von Sodom und Gomorra getragen. So eiern sie durch Deutschland und offenbaren mit ihren als Schutzschilde missbrauchten Kindern, die vielleicht nichts mehr wollen als angesichts der ockerfarbenen Mutter wieder in die Dunkelheit des Universums zu fliehen, das größte Missverständnis des Menschen. Zu glauben, im Alleinbesitz der Wahrheit zu sein.

Die Selbstgerechtigkeit des Einzelnen wird zur Pest, wenn sich aus ihm Gruppen ähnlich Denkender bilden. So entsteht jeder Dreck auf der Erde und der besonnene Mensch, der ab und zu kurz Luft holt, wenn er sich wieder einmal überlegen wähnt, denkt: Gebärt doch, ihr Bratzen! Lasst Kinder aus euch rausflutschen, dass es nur so kracht. Und ihr, ihr seltsam gelben Männer, befruchtet eure lebenserzeugenden Frauen, oder lasst sie befruchten, wenn eure Glieder zu nichts Aufrechtem mehr taugen. Aber tut es doch einfach still, und lasst andere Menschen mit eurem Hobby in Ruhe. Lasst andere die Pille nehmen, abtreiben, nicht gebären, es ist doch nicht euer verdammtes Problem. Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Erde weiter zu bevölkern, es gibt kein Grundrecht auf Lebensherstellung.

Liebten wir unsere Kinder so, wie wir es nur vermeintlich tun, würden wir ihnen die Welt nicht als großen Spucknapf unserer kapitalistischen Ausscheidungen übergeben. Liebten wir die Generation nach uns, duldeten wir keine Familienministerin, die alles zum Zerfall der Familien tut. Liebten wir unsere Kinder, dann würden wir einfach den Mund halten und sie streicheln und nicht Richter über die Gebärmutter unserer Nachbarin sein.

Belehrende Religiöse, ich wünsche euch riesengroße Kuhfladen auf den Kopf und Räder an die Füße genagelt. Menschen, die ihr anderen euer Leben aufzwingen wollt, geht alle in die Sauna und schwitzt den Mist aus euch. Kehrt zurück ins Leben, als wahre Gutmenschen, die begriffen haben, dass die Höchstform menschlichen Daseins bedeutet: Klappe halten und andere mit liebevoller Nachsicht betrachten.

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