Solidaritätsappell Medien kritisieren Kriminalisierung von WikiLeaks

Wer im Internet publiziert, soll nicht schlechter behandelt werden als ein klassischer Journalist: In einer gemeinsamen Erklärung wenden sich deutsche Zeitungen, Online-Journalisten und eine Menschenrechtsorganisation gegen die Kriminalisierung von WikiLeaks.

Verhafteter WikiLeaks-Gründer Julian Assange: Recht auf Kontrolle des Staates
AFP

Verhafteter WikiLeaks-Gründer Julian Assange: Recht auf Kontrolle des Staates


Hamburg/Berlin - Mehrere deutsche Medien haben am Donnerstag einen gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin wenden sie sich gegen den auf die Betreiber der Seite ausgeübten politischen und wirtschaftlichen Druck. Das Internet sei eine neue Form der Informationsverbreitung. Es müsse deshalb "den gleichen Schutz genießen wie die klassischen Medien", heißt es in dem Aufruf.

Erstunterzeichner des Appells sind die "Tageszeitung" ("taz") , die "Frankfurter Rundschau", "Der Freitag", der Berliner "Tagesspiegel", perlentaucher.de sowie die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).

Nach ihrer Ansicht haben die Bürger ein Recht auf Kontrolle des Staates und der Regierung. Auch wenn an WikiLeaks manches zu kritisieren sei, ermögliche es als Teil der Medienöffentlichkeit diese Kontrollfunktion: "Der Staat ist kein Selbstzweck und muss eine Konfrontation mit den eigenen Geheimnissen aushalten", heißt es in dem Appell.

sha/dpa/dapd



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