Sonneborn gegen Matussek im TV-Duell "Verlassen Sie sofort das Studio!"

Dieser Schlagabtausch würde härter als die Steinmeier-Merkel-Kuschelrunde, das war klar. Doch was dann beim TV-Duell zwischen dem PARTEI-Vorsitzenden Martin Sonneborn und Videoblogger Matthias Matussek geschah, verblüffte selbst Polit-Profis - und alles nur wegen eines Flaschenwurfs.

SPIEGEL ONLINE

Es war ein Trainingsprogramm wie vor einem Triathlon: Täglich mehrere Kniebeugen, Mentalübungen und ein Müsliriegel zu jeder vollen Stunde sollten SPIEGEL-ONLINE-Videoblogger Matthias Matussek auf das letzte große TV-Duell vor der Bundestagswahl vorbereiten. Zwei Visagistinnen hatten ihm außerdem das Gesicht epiliert. Er hatte aus den Fehlern Richard Nixons gelernt, der 1960 schlecht rasiert zum Fernsehduell gegen den sonnengebräunten John F. Kennedy antrat und deutlich verlor.

Doch dann kam alles anders bei diesem Schlagabtausch im Berliner SPIEGEL-TV-Studio. Denn Martin Sonneborn, Chef der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (PARTEI) und Macher von SPIEGEL ONLINE SPAM sowie Matussek, der mit seinem außerparlamentarischen Spitzenkandidaten Goethe (Deutsche Klassik Partei) antrat, gerieten nicht nur rhetorisch aneinander.

Eine mittelgroße Koalition - so viel ist sicher - wird es zwischen DKP und der PARTEI vorerst nicht geben können. Zu sehr unterschieden sich die Positionen der Vorsitzenden: Während Matussek die Artillerie auf eine Haubitze reduzieren will, um Steuern zu sparen, verwies Sonneborn auf Tausende Arbeitsplätze, die ein Wiederaufbau der Mauer schaffen würde.

Zum Eklat kam es schließlich bei den Schluss-Statements der beiden Parteivorsitzenden. Sonneborn - sonst nicht als Heißsporn bekannt - griff zur Wasserflasche, als sich Matussek gerade an die Zuschauer wandte, und warf. Sehen Sie selbst, was dann passierte.

jkr



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Seite 1
harm ritter 20.08.2008
1.
Ich finde schon die Schreibweise "Kulturtipp" so kulturlos, daß sie mich nicht dazu animiert, hier weiter nachzuforschen. Sie liest sich für mich wie ein Warnhinweis: Vorsicht, Augenkrebs! Danke für so viel Umsicht.
de.nada 20.08.2008
2.
Zitat von harm ritterIch finde schon die Schreibweise "Kulturtipp" so kulturlos, daß sie mich nicht dazu animiert, hier weiter nachzuforschen. Sie liest sich für mich wie ein Warnhinweis: Vorsicht, Augenkrebs! Danke für so viel Umsicht.
Was würden bevorzugen ? Eine "Hinweise zu kulturellen Geschehnissen" oder "Push up your skills for Kultur" Rubrik.
harm ritter 21.08.2008
3.
Zitat von de.nadaWas würden bevorzugen ? Eine "Hinweise zu kulturellen Geschehnissen" oder "Push up your skills for Kultur" Rubrik.
Den "Kulturtip", selbstverständlich. Ich entschuldige mich vorsorglich für meinen etwas läppischen Beitrag, bei den Lesern, auch bei Herrn Matussek, der möglicherweise an ernsthaften Antworten interessiert ist. Doch einige Dinge gibt es, an die ich mich einfach nicht gewöhnen kann. Schreiben Journalisten jetzt auch schon "Tripp", "Flipp", "Flopp", "Hitt", "Buss", "Topp" und "Cutt"?
de.nada 21.08.2008
4.
Zitat von harm ritterDen "Kulturtip", selbstverständlich. Ich entschuldige mich vorsorglich für meinen etwas läppischen Beitrag, bei den Lesern, auch bei Herrn Matussek, der möglicherweise an ernsthaften Antworten interessiert ist. Doch einige Dinge gibt es, an die ich mich einfach nicht gewöhnen kann. Schreiben Journalisten jetzt auch schon "Tripp", "Flipp", "Flopp", "Hitt", "Buss", "Topp" und "Cutt"?
Ich muß ebenfalls gestehen, einen Beitrag von Herrn Matussek habe ich mir zuletzt im Februar angesehen. SPIEGEL TV ja, sonst möchte ich auch wie gewohnt etwas zum lesen haben wenn schon SPIEGEL darübersteht. Für mich ist Deutsch auch eine Kultursprache und durch eine mechanische Genauigkeit verliert sie doch mehr Kultur als sie stiftet. Sehen Sie's doch etwas historisch lockerer, auch Schiller und Goethe würden sich doch nicht mehr trauen hier als Foristen Beiträge zu schreiben, wenn alles so genau richtig sein muß. Ich verstehe durchaus was sie meinen, ich möchte fast sagen das mich manche Neuerungen schmerzen wenn ich sie lese. Aber ich hoffe auch im Sinne von Herrn Matussek sollen doch nicht nur Germanisten die schon mit einer 1 in Deutsch Abitur gemacht haben ihre Meinung öffentlich machen dürfen. Beim gesprochenen Wort sind wir doch viel toleranter, und ich muß gestehen das ich eigentlich gar keine Buchstaben doppelt spreche. Und zur Überschrift kann ich nur eine Meinung haben, nämlich : Kultur ist nie genial sondern kulturell und somit anders.
harm ritter 21.08.2008
5.
Zitat von de.nadaIch muß ebenfalls gestehen, einen Beitrag von Herrn Matussek habe ich mir zuletzt im Februar angesehen. SPIEGEL TV ja, sonst möchte ich auch wie gewohnt etwas zum lesen haben wenn schon SPIEGEL darübersteht. Für mich ist Deutsch auch eine Kultursprache und durch eine mechanische Genauigkeit verliert sie doch mehr Kultur als sie stiftet. Sehen Sie's doch etwas historisch lockerer, auch Schiller und Goethe würden sich doch nicht mehr trauen hier als Foristen Beiträge zu schreiben, wenn alles so genau richtig sein muß. Ich verstehe durchaus was sie meinen, ich möchte fast sagen das mich manche Neuerungen schmerzen wenn ich sie lese. Aber ich hoffe auch im Sinne von Herrn Matussek sollen doch nicht nur Germanisten die schon mit einer 1 in Deutsch Abitur gemacht haben ihre Meinung öffentlich machen dürfen. Beim gesprochenen Wort sind wir doch viel toleranter, und ich muß gestehen das ich eigentlich gar keine Buchstaben doppelt spreche. Und zur Überschrift kann ich nur eine Meinung haben, nämlich : Kultur ist nie genial sondern kulturell und somit anders.
Wie mir jetzt erst auffällt, ist die Überschrift hier etwas merkwürdig formuliert, denn "genial daneben" ist, offenbar in Anlehnung an eine bisweilen recht witzige Sat.1-Sendung, doch durchaus positiv konnotiert. Die Frage liest sich wie: "Wie finden Sie Matusseks Kulturtip? Super oder superduper?"
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