Sparprogramm WAZ-Gruppe will Hunderte Mitarbeiter entlassen

Die Essener WAZ-Gruppe kämpft offenbar mit massiven wirtschaftlichen Problemen: Einem Bericht zufolge will der Konzern 30 Millionen Euro einsparen - mehrere hundert Jobs sind in Gefahr. Die vier Zeitungen in Nordrhein-Westfalen erscheinen ab sofort mit deutlich weniger Seiten.


München - Die WAZ-Mediengruppe plant einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge ein massives Sparprogramm, durch das mehrere hundert Stellen wegfallen könnten. "Die Lage ist dramatischer als sie je war", sagte Geschäftsführer Bodo Hombach nach Informationen der Zeitung gegenüber Vertretern des Betriebsrats.

Bei den vier Zeitungen der WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet müssten deshalb "30 Millionen Euro an Sach- und Personalkosten eingespart" werden. Ohne "einen deutlichen Personalabbau" sei dies nicht zu erreichen, sagte Hombach.

Informationen des WDR zufolge werden die Zeitungen der Gruppe in Nordrhein-Westfalen ab Freitag nur noch in reduziertem Umfang erscheinen. Dies betrifft die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", die "Westfälischer Rundschau", die "Neue Ruhr/Rhein Zeitung" und die "Westfalenpost". Bis auf weiteres soll der Umfang von 48 auf 32 Seiten reduziert werden.

Nach der Fertigstellung einer Studie durch eine Unternehmensberatung Ende November wolle die Geschäftsführung den Betriebsrat "abschließend über die Lösungsvorschläge informieren", kündigte Hombach laut "SZ" in einer Mitarbeiterinformation an.

Im Gespräch seien dabei "eine Umfangsreduzierung" sowie eine titelübergreifende Zusammenlegung von Redaktionen und die Schließung von Lokalredaktionen. Ohne eine Senkung der Sachkosten könnten insgesamt bis zu 300 Stellen betroffen sein, hieß es.

In der WAZ-Gruppe erscheinen insgesamt 33 Tages- und 18 Wochenzeitungen im In- und Ausland. Hinzu kommen Anzeigenblätter und Publikums- und Fachzeitschriften. 2006 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,741 Milliarden Euro.

amz/AFP



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