Spektakulärer Deal Uni kauft Watergate-Notizen

Stolze fünf Millionen Dollar zahlte die Universität Texas für die Original-Recherchematerialien der Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein, die mit ihren Watergate-Berichten Präsident Richard Nixon zu Fall brachten. Die Uni plant, den Fall wissenschaftlich aufzurollen.


Carl Bernstein und Robert Woodward: Watergate machte sie zu Stars und brachte Nixon zu Fall
AP

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Geschichte geschrieben haben Bob Woodward und Carl Bernstein einige Male, seit sie 1972 begannen, einen irritierenden Einbruchsfall recherchierend aufzurollen. 75 Aktenordner füllten sie mit Notizen, Dokumenten, Zeugenaussagen, Fotografien und verschiedenen Versionen von Artikelentwürfen, bis 1974 US-Präsident Richard Nixon nicht mehr umhin kam, sich der Wahrheit zu stellen: Als erster Präsident der vereinigten Staaten trat er mehr oder minder freiwillig zurück, um einem Amtsenthebungsverfahren zu entgehen.

Fast dreißig Jahre später war der Universität Texas das Material die stolze Summe von fünf Millionen Dollar wert.

Innerhalb der kommenden elf Monate solle das Material nun durchgearbeitet werden, um der Öffentlichkeit Ergebnisse daraus zu präsentieren. Informationen, die die Identität von Geheimnisträgern preis geben könnten, blieben jedoch bis zum Tod dieser Personen unter Verschluss. "Die vollständige Offenlegung unserer Akten und Materialien wird dabei helfen, die Watergate-Ära zu verstehen und deutlich machen, wie wir an Informationen herankamen und wer genau uns geholfen hat", erklärte Woodward.

Richard Nixon bei seiner Rücktrittsrede: Freiwilliger Rücktritt, um einen Rauswurf per Impeachment zu vermeiden
DPA

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Woodward und Bernstein hatten im Präsidentschaftswahlkampf 1972 als Reporter der "Washington Post" über einen Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei im Washingtoner Hotel "Watergate" berichtet. In den kommenden Monaten stellte sich heraus, dass der Einbruch Teil einer Verschwörung war, die Nixon die Wiederwahl sichern sollte. Die Aufdeckung der politischen Spionage-Kampagne kostete 40 Mitarbeitern des Präsidenten den Job und zwang Nixon nach seiner Wiederwahl zum Rücktritt.

Die Berichterstattung Woodwards und Bernsteins brachte der "Washington Post" 1973 den Pulitzer-Preis ein. Die beiden Journalisten haben der Universität ihre Mithilfe bei der Sichtung der Aufzeichnungen zugesagt, die unter anderem 250 Notizblöcke, Fotografien und Artikelmanuskripte enthält.



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