Springer-Umzug "Bild" und "BamS" ziehen Ostern nach Berlin

Den Plan gibt es schon länger - jetzt soll er realisiert werden: An Ostern werden die Springer-Blätter "Bild" und "Bams" nach Berlin umziehen. Wie viele der etwa 500 Mitarbeiter tatsächlich in die Hauptstadt ziehen werden, ist noch offen.

Berlin - Die "Bild"-Zeitung soll am 25. März erstmals aus der Hauptstadt erscheinen, die "Bild am Sonntag" soll am 30. März folgen. Die Chefredakteure Kai Diekmann ("Bild") und Claus Strunz ("Bild am Sonntag") sowie der Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung der "Bild"-Zeitungsgruppe, Christian Nienhaus, haben laut dpa ihre Mitarbeiter in einer Mail über diese Termine informiert. Es sei vorgesehen, dass rund 500 Mitarbeiter aus Redaktion und Verlagsbereich nach Berlin ziehen.

Die Oster-Feiertage seien für die Umzugsplanung optimal. "So können wir gemeinsam einen gelungenen Wechsel von einem Arbeitsplatz zum anderen sicherstellen", hieß es in der Mitteilung. Diekmann hatte den Umzugswunsch unter anderem mit der "neuen Rolle Berlins" als politisches und kulturelles Zentrum begründet.

Der Verlag bietet nach eigenen Angaben "ein auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenes Leistungspaket". Dazu zählten eine umfassende Unterstützung bei Wohnungssuche und Umzug, eine "großzügige Umzugs- und Pendelregelung", Beratung bei der Jobsuche für die Partner sowie Hilfe bei der Schulwahl für die Kinder. Zudem gründe die Axel Springer AG eine Kindertagesstätte für die Mitarbeiterkinder im Alter zwischen drei Monaten und sechs Jahren.

Wie viele der 500 vorgesehenen Mitarbeiter tatsächlich nach Berlin ziehen, ist nach Angaben eines Verlagssprechers noch offen. Mit den Betroffenen würden derzeit Gespräche geführt, sagte er auf ddp-Anfrage. Für Mitarbeiter, die trotz des großzügigen Angebots nicht mitkommen wollten, werde über Alternativen oder "sozialverträgliche Lösungen" gesprochen. Es gehe bei dem Umzug nicht um Personalabbau oder Rationalisierungen, sondern um publizistische und unternehmenspolitische Überlegungen, betonte er.

Die Umzugspläne waren in Hamburg auf Kritik gestoßen. Beschäftigte des Verlages, Vertreter von ver.di und des Deutschen Journalisten-Verbandes sowie Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatten sich für einen Erhalt des Standorts ausgesprochen. Ursprünglich war der Umzug für Anfang Oktober 2007 angedacht gewesen, wurde dann aber verschoben.

In Berlin entstehen bereits unter anderem die Springer-Zeitungen "Welt" und "Welt am Sonntag".

hoc/ddp/dpa

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