Vorwurf des Sozialbetrugs Staatsanwälte prüfen Ermittlungen gegen Wallraff
Enthüllungsautor Günter Wallraff: Mitarbeiter jahrelang schwarz bezahlt?
Foto: Oliver Berg/ dpaHamburg - Auf den Enthüllungsautor Günter Wallraff kommt in der Affäre um die einen ehemaligen Mitarbeiter möglicherweise ein Strafverfahren wegen der Beihilfe zum Sozialbetrug zu. Nach Informationen des SPIEGEL prüft die Staatsanwaltschaft Köln derzeit, ob sie ein Verfahren gegen Wallraff einleitet: Der frühere Mitarbeiter hatte sich selbst angezeigt, die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen wegen angeblicher Beihilfe zum Sozialbetrug und wegen angeblicher Vorenthaltung von Arbeitnehmerentgelt gegen Wallraff.
Der Mann, der zeitweise als eine Art Privatsekretär für den Journalisten tätig war, ist inzwischen tief mit ihm zerstritten. Er hatte sich beim Finanzamt selbst angezeigt und Wallraff belastet. Der Undercover-Journalist soll den Mitarbeiter jahrelang schwarz bezahlt haben. Außerdem habe er längere Zeit zusätzlich Hartz IV bezogen. Zudem soll es Hinweise geben, dass Wallraff nicht alle seine Honorare ordnungsgemäß versteuert hat.
Wallraff und sein Anwalt hatten sich gegen die Vorwürfe des ehemaligen Assistenten gewehrt: Der Mitarbeiter habe das Geld selbst in bar haben wollen, da es ihm sonst gepfändet worden wäre, sagte Wallraff in einer Stellungnahme. Er habe dem Mitarbeiter unter Zeugen mehrmals angeboten, eine Lebensversicherung für seine Altersvorsorge abzuschließen, ihm eine zusätzliche Ausbildung zu finanzieren und ihn auch testamentarisch zu berücksichtigen.
Wallraff hatte zuletzt mit Undercover-Recherchen über den Paketzusteller GLS für Aufregung gesorgt - die Ergebnisse hatte er zu Reportagen für RTL und das "Zeit"-Magazin verarbeitet.