Staatsanwaltschaft ermittelt Zu viel Sex bei "Don Giovanni"

Don Giovanni ist kein Kind von Traurigkeit. Zig Geliebte und deren Verlobte machen dem feurigen Liebhaber aus der Feder von Mozart das Leben schwer. Doch damit nicht genug: Jetzt hat er auch noch die Staatsanwaltschaft auf dem Hals. Grund: Im hannoverschen Opernhaus zeigte sich der Latin Lover zu feurig auf der Bühne.

Hannover - Ein Besucher der niedersächsischen Staatsoper hatte sich erregt, weil er die angedeuteten Sexszenen in der "Don Giovanni"-Inszenierung für jugendgefährdend hielt. Die Staatsanwaltschaft nahm umgehend die Ermittlungen auf. "Wir haben die Anzeige geprüft, konnten jedoch keinen Straftatbestand feststellen", sagte die zuständige Staatsanwältin Jutta Rosendahl am Dienstag in Hannover. Unter den Bestimmungen zum "Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit" gebe es keine Hinweise, dass dies auch für Opernhäuser gelte, erklärt die Juristin weiter. Kunst sei ein "grundgesetzlich geschütztes Gut" und deshalb nicht ohne weiteres einzuschränken.

Sie habe den Vorgang daher an das Amt für Ordnungswidrigkeiten weitergeleitet. Doch in der Behörde gibt man sich weltoffen. "Erst einmal haben wir ein bisschen geschmunzelt", sagte der Leiter Gerhard Beier. Die Mitarbeiter der Behörde würden sich die Inszenierung des Spaniers Calixto Bieito zunächst einmal ansehen. Eventuell werde man dann eine Stellungnahme des Jugendamtes einholen.

In der Oper versteht man die ganze Aufregung nicht: "Die Schüler, die sich die Aufführung ansehen, sind begeistert und finden sie sehr zeitgemäß", sagte eine Sprecherin des Opernhauses. Was immer das auch heißen mag...

Staatsoper Hannover: www.oper-hannover.de 

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