Öffentlich-rechtlicher Rundfunk Stefan Raue neuer Deutschlandradio-Intendant

Das Gerangel beim Deutschlandradio hat ein Ende: Stefan Raue, bisheriger Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), soll zum 1. September das Amt als Intendant antreten.

Stefan Raue
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Der Journalist Stefan Raue, 58, wurde am Donnerstag in Köln vom Hörfunkrat des Deutschlandradios zum neuen Intendanten gewählt. Er steht damit ab September an der Spitze der Sendeanstalt, die drei Radioprogramme ausstrahlt: Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Nova und Deutschlandfunk Kultur.Bei der Wahl gab es 26 Jastimmen, 9 Neinstimmen und eine Enthaltung.

Raue war vom Verwaltungsrat als Nachfolger von Willi Steul, 66, vorgeschlagen worden, der im vergangenen Jahr vorzeitig sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Der Wahl vorausgegangen war ein Gerangel um Macht und Chefposten. Den Kürzerenzog dabei der langjährige Programmdirektor des Deutschlandradios, Andreas-Peter Weber, Gewächs des Hauses und der "Zeit" zufolge Favorit von Willi Steul und dem Hörfunkrat.

Stefan Raue, gebürtiger Wuppertaler, war von 1987 bis 1990 Reporter beim Westdeutschen Rundfunk. Anschließend arbeitete er als Politikredakteur und Chef vom Dienst bei RIAS-TV, bevor er 1992 zum Fernsehen der Deutschen Welle wechselte. Ab 1995 war Raue in verschiedenen Positionen beim ZDF tätig, unter anderem als stellvertretender Leiter der "heute"-Redaktion. 2011 ging er als Chefredakteur zum MDR nach Leipzig

Steuls zweite Amtszeit hätte regulär zum 31. März 2019 geendet. Er hatte seinen vorzeitigen Rückzug damit begründet, dass die Debatte um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks deutlich schärfer werde. Der Sender brauche deswegen einen "eingearbeiteten Intendanten", der deutlich über das Jahr 2019 hinaus amtieren solle.

bsc/dpa

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