Rechtspopulismus AfD lädt Stephen Bannon in den Bundestag ein

Die AfD plant ein Treffen rechter Journalisten und Blogger im Bundestag. Dafür hat die Partei auch den ehemaligen Chefberater von US-Präsident Donald Trump angefragt.
Stephen Bannon

Stephen Bannon

Foto: Joshua Roberts / REUTERS

Für den 11. Mai haben AfD-Abgeordnete rechte Journalisten und Blogger in den Bundestag eingeladen. Bei der "1. Konferenz der freien Medien", wie sie die Veranstaltung nennen, soll es darum gehen, wie ein Austausch von Informationen "in Zukunft besser und effizienter gestaltet werden kann", heißt es in dem Einladungsschreiben.

Neben Vorträgen soll es auch ein einstündiges "Praxisseminar" mit dem Anwalt Ralf Höcker geben, Thema: "Rechtssicher formulieren - Risiken und Nebenwirkungen". Höcker vertritt häufig AfD-Funktionäre in Medienrechtsprozessen. Für den Abschlussvortrag "Erfolgreich Kampagnen durchführen" wird ein "Überraschungsgast" angekündigt.

Nach SPIEGEL-Informationen ist Stephen Bannon angefragt, der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump und Ex-Herausgeber des rechten Nachrichtenportals Breitbart News. "Wir stecken nun in den Detailabsprachen", bestätigte Petr Bystron, einer der Gastgeber der Konferenz.

Lob für die AfD

Bannon versucht seit Monaten, die rechten Kräfte in Europa zu bündeln und hatte vor zwei Wochen in einem Interview mit der rechten Zeitung "Junge Freiheit" gesagt, dass die AfD "hervorragende Arbeit" leiste und in Deutschland sein Ansprechpartner sei. Bannon dementiert die Einladung gegenüber dem SPIEGEL nicht.

Sollte er nicht können, ist auch Nigel Farage angefragt, der ehemalige Chef der europafeindlichen Ukip-Partei aus Großbritannien. "Aus Termingründen ist noch offen, wer kommt", so Bystron: "Aber einer der Großen, die aus der Praxis wissen, wie man Wahlkämpfe gewinnt, wird kommen."

Neben Bystron sind Udo Hemmelgarn, Nicole Höchst und Uwe Schulz Gastgeber. Sie findet laut Einladung aber auch "mit freundlicher Unterstützung des Ausschusses für Kultur und Medien sowie des Kommunikationsteams der AfD-Bundestagsfraktion" statt.

In der Einladung schreiben die Organisatoren, es werde das "größte Netzwerktreffen der freien Medien". Mit diesen wolle man sich austauschen, da sie "einen großen Teil der Arbeit im Vorfeld" der Bundestagswahl geleistet hätten. Und: "Ohne ihre faire Berichterstattung wären wir nicht so erfolgreich."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.