Strafe muss sein Sprachpanscher für "Funeralmaster"

Wenn Totengräber zum "Funeralmaster" werden und Särge zur "Peace Box", dreht sich nicht nur so manchem Sprachwissenschaftler der Magen um.

Für die "Funeralmaster", wie der Bundesverband der Totengräber seine Bestattermeister nennt, gab es am Freitag vom Verein Deutsche Sprache die Quittung. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Bestatter, Wolfgang Zocher, wurde mit dem Anti-Titel "Sprachpanscher 2001" geehrt.

Zur Begründung hieß es: "Mit der Einführung des 'Funeralmasters' hat die Denglisch-Welle in Deutschland ihren lächerlichen Höhepunkt erreicht." Unter keinen Umständen, so der erste Sprachwächter des Vereins, Walter Krämer, wolle er in solch einer "Peace Box" begraben werden. Das habe er sogar testamentarisch festgehalten. In der Urkunde, die Zocher überreicht wurde, hieß es weiter, der Verein würdige die "bemerkenswerte Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache" und "das würdelose Anbiedern an den amerikanischen Kulturkreis".

Anwärter auf der Titel waren auch der Staatsminister beim Bundeskanzler, Hans Martin Bury, und Franz Beckenbauer. Bury sei für eine Anzeigenserie der Bundesregierung verantwortlich, in der es heiße "Name IT, win IT". Und Beckenbauer, der in den vergangenen Jahren mit derb-bayerischem Akzent fragte: "Ja is denn hoit scho Weihnachtn?", wirbt nun für das "free and easy christmas set".

Preisträger waren in den vergangenen Jahren die Modeschöpferin Jil Sander, die in einer Rede gesagt hatte: "Die Audience hat das alles supported." Auch Telekom-Chef Ron Sommer ("RegioCall, GermanCall, GlobalCall") und der damalige Bahn-Chef Johannes Ludewig ("Service Points") sind bisher ausgezeichnet worden.

Mit dem Titel "Sprachpanscher" zeichnet der Verein Deutsche Sprache Personen oder Firmen aus, die "auf besonders augenfällige Weise die deutsche Sprache und Kultur mit überflüssigen Imponier-Anglizismen misshandelt haben".

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