Straßenkunst SPIEGEL Verlag eröffnet Kreativraum

Wo vor kurzem an der Hamburger Ost-West-Straße noch ein eher trister Schaukasten mit Verlags-Displays vor sich hin ödete, blitzen ab jetzt monatlich künstlerische Installationen auf. Der Berliner Künstler Hansjörg Schneider machte den Anfang und erleuchtete die Front des SPIEGELnet-Gebäudes mit einer architektonischen Silhouette.


Künstler Schneider vor seiner Installation: "Wohltuend verlangsamt"
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Künstler Schneider vor seiner Installation: "Wohltuend verlangsamt"

Die Idee hatte der Künstler und Architekt Reinhard Brügmann, realisiert wurde sie in Zusammenarbeit mit Ferdinand Räthling von der SPIEGEL-Verwaltung: Warum nicht innerstädtisch neue Kunsträume an ungewöhnlichen Orten erschließen? Der bisher eher unscheinbare Schaukasten am Gebäude der SPIEGELnet AG ist ab sofort zum Ausstellungsraum umfunktioniert und wird im monatlichen Wechsel Objekte und Installationen präsentieren.

Am 12. Februar 2002 feierte die kreative Unternehmung ihre Premiere, zu der die SPIEGEL-Kulturredakteurin Ulrike Knöfel die Initiatoren, viele Gäste und den Künstler Hansjörg Schneider begrüßte, dessen beschwingte Verfremdung der bekannten Hamburger Chile-Haus-Fassade den Start der neuen Kunstreihe markierte. "Tempolimit" lautet das Motto: "Die Ost-West-Straße ist ein Beispiel für das, was Le Corbusier die schnelle Stadt nannte. Gemeint ist ein Ort, der nie zur Ruhe kommt und einer ständigen Bewegungsmaschine gleicht. An der Ost-West-Straße Nr. 57 wird diese permanente Betriebsamkeit nun durch Kunst wohltuend verlangsamt, durch ein von Künstlern eingerichtetes ‚Tempolimit'", führte Ulrike Knöfel aus.

Schneider-Installation: Ikone Chile Haus
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Schneider-Installation: Ikone Chile Haus

Mit vielen erfolgreichen Ausstellungen und Kunstpreisen machte der in Berlin lebende Künstler Hansjörg Schneider bereits vielfach auf sich aufmerksam, wobei das Thema Architektur beständiger Teil seines bildnerischen Schaffens war. Die an der Ost-West-Straße ausgestellte Arbeit ist repräsentativ für den Stil Schneiders, indem sie die Themen Hamburg und Historie über eine eigenwillige Variation einer vermeintlich bekannten und vertrauten "Sehenswürdigkeit" abbildet.

Architektur war jedoch nur der Einstieg. Initiator und Kurator Brügmann versprach weiterhin Überraschendes und Sehenswertes für den renovierten Schaukasten.



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