Streit um Brückenbau Dresden soll Welterbe-Status endgültig verlieren

Nach Jahren der Ankündigungen und Vorwarnungen will die Unesco offenbar Ernst machen: Im Juni soll das höchste Gremium der Organisation das Dresdner Elbtal von der Welterbe-Liste streichen.


Zuletzt stand das Dresdner Elbtal nur noch zur Bewährung auf der Welterbe-Liste. Nun hat sich das Welterbe-Zentrum der Unesco in Paris für eine Streichung des Titels ausgesprochen. Grund dafür: der umstrittene Bau der Waldschlößchenbrücke. Das meldet die "Sächsische Zeitung".

Eine Brücke gebaut: Das Elbtal soll seinen Welterbe-Status endgültig verlieren. Im Bild eine Computersimulation.
DPA

Eine Brücke gebaut: Das Elbtal soll seinen Welterbe-Status endgültig verlieren. Im Bild eine Computersimulation.

Ein entsprechendes Empfehlungsschreiben werde am Freitag an die 21 Mitgliedstaaten des zuständigen Komitees verschickt, schreibt das Blatt. Das Dokument gelte als Vorlage für das höchste Gremium der Weltorganisation, das am 23. Juni in Sevilla über den Verbleib des Dresdner Elbtals auf der Liste der Weltkulturerbe-Stätten entscheiden wird.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) rief laut Zeitung das Welterbe-Zentrum auf, die Unesco möge sowohl den Bürgerentscheid als auch die Urteile der deutschen Gerichte zugunsten der Waldschlößchenbrücke akzeptieren.

Sie werde nichts unversucht lassen, den Welterbe-Titel trotz des Brückenbaus zu retten, sagte Orosz. Das Elbtal steht seit 2006 auf der sogenannten Roten Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten, weil, so die Unesco, die Brücke das Tal irreversibel zerschneide und die erhaltenswerte Kulturlandschaft mit ihren Flussauen zerstöre.

Trotz Mahnungen der Welterbe-Hüter war Ende 2007 mit dem Bau begonnen worden. Zufahrten und Brückenköpfe sind inzwischen fast fertig.

sha/dpa/AP



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