Süddeutscher Verlag Geschäftsführerduo scheidet aus

Kaum hat der Süddeutsche Verlag einen neuen Eigentümer, wird das Schlüsselpersonal ausgetauscht: Hanswilli Jenke und Klaus Josef Lutz, bisher alleinige Geschäftsführer, verlassen das Münchner Medienhaus.


München - Jenke, 46, und Lutz, 49, scheiden nach Angaben des Süddeutschen Verlages (SV) im Einvernehmen mit sämtlichen Gesellschaftern aus. Die verbleibenden SV-Gesellschafter, der Familienstamm Friedmann und die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) aus Stuttgart erklären dazu in einer Pressemitteilung: "Die Restrukturierung des SV ist aufs Engste mit der Tätigkeit von Herrn Jenke und Herrn Lutz verbunden. Ihre Arbeit seit 2002 war äußerst erfolgreich."

Scheidender Geschäftsführer Lutz: Abgang, nachdem die Arbeit "äußerst erfolgreich" war
DDP

Scheidender Geschäftsführer Lutz: Abgang, nachdem die Arbeit "äußerst erfolgreich" war

Die Geschäftsführung des Verlags soll nun für eine Übergangszeit von Richard Rebmann, 49, und Oliver Dubber, 52, gemeinsam übernommen werden. Rebmann war erst im Januar von der Südwestdeutschen Medienholding zu ihrem neuen Geschäftsführer berufen worden, Dubber amtierte als Chef des neu etablierten Lenkungsausschusses im Süddeutschen Verlag, nachdem dieser von der SWMH übernommen worden war.

Der Süddeutsche Verlag, der die "Süddeutsche Zeitung" herausgibt, war Ende 2007 mehrheitlich von der Stuttgarter Südwestdeutschen Medienholding übernommen worden, die unter anderem die "Stuttgarter Zeitung", die "Stuttgarter Nachrichten" und etliche Lokalzeitungen in der Region verlegt. Das württembergische Medienunternehmen hatte rund 625 Millionen Euro für den 62,5-Prozent-Anteil von vier der zuvor fünf SV-Familiengesellschafter bezahlt; der Wert des gesamten Verlages wird auf eine Milliarde Euro geschätzt.

Der Deal war erst nach langwierigen Verhandlungen zustande gekommen, das Verhältnis zwischen den neuen Eigentümer und den beiden bisherigen Geschäftsführern galt seither als belastet. Das "manager magazin" hatte in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, dass sich Lutz mit Abwanderungsgedanken trage, offenbar in Richtung des Münchner Mischkonzerns BayWa.

tdo



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