Nach AfD-Kommentar WDR stellt Strafanzeige wegen Morddrohung gegen Journalisten

Ein WDR-Journalist kritisierte in den "Tagesthemen" die AfD heftig. Nun gab es offenbar eine Morddrohung gegen ihn. Der Sender leitet rechtliche Schritt ein.

WDR-Haus in Köln: Morddrohung gegen den Leiter der "Monitor"-Redaktion
Oliver Berg/dpa

WDR-Haus in Köln: Morddrohung gegen den Leiter der "Monitor"-Redaktion


Wegen einer Morddrohung gegen einen Journalisten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hat der Sender nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet. Demnach geht es um Beschimpfungen gegen den Leiter der WDR-Redaktion "Monitor", Georg Restle.

Restle hatte jüngst in einem Kommentar für die "Tagesthemen" im Ersten kritisch gegen die AfD Stellung bezogen. So bezeichnete der Journalist die Partei damals als "parlamentarischen Arm" der Identitären Bewegung - die AfD müsse als "rechtsextremistisch" eingestuft werden, forderte er weiter.

Zum genauen Inhalt des Drohschreibens wurde zunächst nichts bekannt. Ob der WDR Anzeige gegen Unbekannt oder eine Person gestellt hat, war erst unklar. "Das Schreiben ist dem Anschein nach dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen", sagte eine WDR-Sprecherin in Köln.

WDR-Intendant Tom Buhrow sagte zu dem Geschehen: "Dass es eine Morddrohung gegen einen unserer Journalisten gibt, entsetzt und erschüttert mich. Georg Restle ist ein ausgezeichneter investigativer Journalist, der die politische Landschaft in Deutschland kritisch begleitet."

Der AfD-kritische Kommentar von Restle stieß bei der Partei auf massive Kritik. AfD-Chef Jörg Meuthen nannte Restle bei einer Rede in Cottbus einen "Feind der Demokratie" und der freien Meinungsäußerung. Auch in den sozialen Netzwerken wurde Restle angefeindet.

asa/dpa



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