Thema Sex im Radio Redeverbot für US-Moderator Stern

Die US-Medien wollen jetzt auch sexuell Freizügiges aus dem Radioprogramm verbannen. Die Sendung des Star-Moderators Howard Stern, der mit seinen Gästen gern über Sex redet, wurde aus dem Programm gestrichen.


Radiomoderator Howard Stern: "Vulgär, anstößig und beleidigend"
AP

Radiomoderator Howard Stern: "Vulgär, anstößig und beleidigend"

Nach dem "Nipplegate"-Skandal bei der Super-Bowl-Fernseh-Übertragung haben die US-Sender alles dafür getan, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. Nun wollen auch die US-Radio-Sender sexuell Freizügiges aus ihren Programmen verbannen.

Der amerikanische Moderator Howard Stern ist von der größten US-Radio-Kette wegen "anstößiger" Inhalte aus dem Programm verbannt worden. Das berichtet das US-Magazin "Hollywood Reporter". Das für Sterns Sendung verantwortliche Unternehmen "Clear Channel Communications" habe sich nach einer Null-Toleranz-Regel zu dem drastischen Schritt entschlossen.

Auslöser für die Verbannung Sterns war ein Interview mit Rick Salomon, dem Ex-Freund der Hotelkonzernerbin Paris Hilton. Thema war das Sex-Video, das Salomon und die 23-Jährige gemeinsam gedreht hatten. Stern ist bekannt für seinen sexuell freizügigen und häufig auch aggressiven Ton. Die Wahl von Salomon als Interview-Partner passt insofern in das Konzept von Sterns Sendung.

Doch John Hogan, Vorsitzender des Medienunternehmens "Clear Channel Communications", will Sterns Sex-Talk nicht mehr im Programm tolerieren. Die Show sei "vulgär, anstößig und beleidigend, nicht nur gegenüber Frauen und Afro-Amerikanern, sondern für jeden mit einem Sinn für Anstand", sagte Hogan.

Der US-Radiomanager wurde diesen Donnerstag zusammen mit anderen Kollegen vor einen Untersuchungsausschuss des Kongresses befragt. Und zwar zum Thema "unanständige" Sprache im Radio.

Auslöser für die neue Linie waren die Vorkommnisse beim Super Bowl Anfang des Monats. Popstar Janet Jacksons Brust war für wenige Sekunden zu sehen, weil Justin Timberlake an ihr gezerrt hatte und ihr Oberteil aufriss. In der Folge ließ der US-Sender CBS die Grammy-Verleihung im Fernsehen mit Verzögerung übertragen, um Anstößiges herausschneiden zu können. Konkurrent ABC wird es am Sonntag bei der Verleihung der Academy-Awards ebenfalls tun.



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