Transgender-Titel "Vogue" nimmt indigene Muxes aufs Cover

Das Modemagazin "Vogue" zeigt eine indigene Transgender-Frau auf dem nächsten Cover in Mexiko und Großbritannien. Das dritte Geschlecht der Zapoteken ist außerhalb Mexikos wenig bekannt.

VOGUE HANDOUT/ EPA-EFE/REX

Das Modemagazin "Vogue" hat für seine Dezemberausgabe in Großbritannien und Mexiko ein Cover zum Thema Diversität vorbereitet: Auf dem Titel ist eine Muxe zu sehen, eine indigene Transgender-Frau aus dem Süden Mexikos.

Bei den Zapoteken, die zur Urbevölkerung Mexikos gehören, bezeichnet Muxe ein drittes Geschlecht neben männlich und weiblich. Die "Vogue" fotografierte für ihr Cover nun die 37-jährige Estrella Vazquez in einem traditionellen Huipil-Gewand, bunten Blumen im Haar und einem rosafarbenen Fächer in der Hand.

Muxes sind bei den Zapoteken, die vor allem im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca wohnen, als drittes Geschlecht gesellschaftlich akzeptiert, außerhalb von Mexiko aber wenig bekannt. Ihnen wird bei der Geburt ein männliches Geschlecht zugewiesen und sie leben in Frauenrollen, gelten aber nicht als Frauen. Viele Muxes arbeiten in der Altenpflege und finden so einen Platz in den patriarchalischen Familienstrukturen Mexikos.

"Es ist ein großer Schritt", sagte Model Vazquez in der Stadt Juchitan, in der sich die größte Muxes-Community befindet. "Es gibt immer noch Diskriminierung, aber jetzt ist es nicht mehr so viel und man sieht es nicht mehr so wie früher", sagte sie.

Im August wurde Vazquez, die noch nie von der "Vogue" gehört hatte, zusammen mit einem Dutzend anderer Muxes von der Zeitschrift zu einem Fotoshooting eingeladen. "Jeder sieht dieses Cover, jeder gratuliert mir. Ich habe selbst Mühe, meine Emotionen zu verstehen. Es bringt mich fast dazu zu weinen", sagte Vazquez.

cpa/rtr

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