Trotz Quotenschwäche "Big Brother" bleibt

Zuletzt hieß es, am 14. August sei Schluss, doch der TV-Sender RTL2 will sich trotz Quotenschwäche nicht von der Endlos-Realityshow "Big Brother - Das Dorf" trennen. Inhaltliche Veränderungen sollen die Serie stabilisieren.


"Big Brother"-Dorf bei Köln: Keine Anrufer, keine Zuschauer
AP

"Big Brother"-Dorf bei Köln: Keine Anrufer, keine Zuschauer

Hamburg - Der private Fernsehsender RTL2 und die Produktionsfirma Endemol haben sich auf eine Fortsetzung der auf unbestimmte Dauer angelegten Reality-Soap "Big Brother" geeinigt. Das sagte RTL2-Unterhaltungschefin Katja Hofem-Best am Mittwoch der dpa. Sie trat damit Mutmaßungen entgegen, wonach die Reihe im August vorzeitig beendet werden sollte.

"Big Brother" hatte nach dem Start der sechsten Staffel deutlich an Zuschauern verloren. Im April sackte der Marktanteil auf unter fünf Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer ab, dem Schwellenwert, den sich RTL2 gesetzt hatte. Die Zuschauerzahlen schwanken laut Medienberichten zwischen 500.000 und 1,5 Millionen. Auch mit kostenpflichtigen Anrufen und Werbeblöcken lässt sich nur wenig Geld verdienen. Die Werbeauslastung der "Big Brother"-Shows liegt zeitweise bei nur 10 Prozent.

"Wir haben viele Stellschrauben gedreht und gehen davon aus, dass der Marktanteil über dem Senderschnitt bleibt", sagte Hofem-Best. "Wir haben die Besetzung erweitert, haben die Regeln vereinfacht und erzählen jetzt die Geschichten in längerer Form: Ein Streit beispielsweise macht in der Tageszusammenfassung nicht mehr nur zwei Minuten aus, es können auch schon mal acht oder neun Minuten sein." Auch die in den letzten Wochen verzeichnete Zunahme sexueller Handlungen vor laufender Kamera könnte quotenfördernd sein, wenngleich "Big Brother"-Produzent Rainer Laux in der "Bild"-Zeitung bestritten hat, dass die Kandidaten zu mehr Sex animiert wurden.

"Big Brother - das Dorf", die sechste Staffel der Reality-Show, war im März gestartet. Die Kandidaten gehen unter Kamerabeobachtung Tätigkeiten auf dem Bauernhof oder in der Autowerkstatt nach, für die sie Geld bekommen. Für "Big Brother" hatte sich seit der ersten Staffel im Jahr 2000 besonders der Ex-Geschäftsführer des Senders, Josef Andorfer, engagiert, der nach Auseinandersetzungen mit den Gesellschaftern im Februar gehen musste. Den Sender führt seitdem kommissarisch der kaufmännische Direktor Jochen Starke.



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