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19. Juni 2013, 12:29 Uhr

Türkische Mediensatire

CNN-Moderatorin Amanpour geißelt gefälschtes Interview

"Schande über euch!": Mit scharfen Worten wettert die CNN-Hauptmoderatorin Christiane Amanpour gegen die türkische Zeitung "Takvim". Das Blatt hat ein gefälschtes Interview mit ihr veröffentlicht. Doch die Gazette winkt ab - alles nur Satire!

Istanbul/Washington/Hamburg - Her mit den Skandalen! Für Topthemen brauchen Medien oft schnell neuen Stoff - und zwar heißen. Zu den Protesten in Istanbul zum Beispiel. Und wenn er ausgeht? Einfach welchen erfinden! Klingt unseriös - ist es auch. Und dennoch soll jetzt eine türkische Zeitung zu diesem Kniff gegriffen haben. Die Gazette "Takvim" hat am Dienstag ein gefälschtes Gespräch mit der CNN-Hauptmoderatorin Christiane Amanpour veröffentlicht und damit deren Ärger auf sich gezogen. Allerdings war das Interview in einer Fußnote von vornherein als Fälschung gekennzeichnet.

"Shame on you!" - "Schande über euch!" - wettert die TV-Journalistin gegen das Blatt beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Laut dem gefälschten Interview soll Amanpour gesagt haben, dass sie auf Anweisung ihrer Chefs mit einer klaren Absicht über die aktuellen Ereignisse in Istanbul berichten musste: Die Türkei solle dadurch für internationale Business-Interessen destabilisiert werden. So lautete der Tageszeitung "Hürriyet" zufolge eine der vielen Lügen, die "Takvim" Amanpour unterschob.

Doch ganz unten auf der Seite gab ein kleiner Hinweis Entwarnung: "Dieses Interview ist nicht real", stand da. Man wolle damit auf die "Lügen" von CNN aufmerksam machen, die der US-Sender über die Proteste im Gezi Park verbreite. Zuvor hätten auch führende Mitglieder der türkischen Regierung CNN wegen der übertriebenen Berichterstattung gerügt, berichtet "Hürriyet".

Der Autor des Interviews, Mevlüt Yüksel, hat Amanpour jedenfalls bereits auf Twitter geantwortet. "Hallo Christiane", schreibt er, "das ist doch nur Sarkasmus", und bietet ihr an, ihn bei Rückfragen zu kontaktieren.

Anm. d. Red.: Eine erste Version dieses Artikel erweckte den Eindruck, Christiane Amanpour hätte humorlos auf das gefälschte Interview reagiert. Wir haben die entsprechenden Passagen entfernt.

bos

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