TV-Berichte zum 11. September Die langen Tage und Nächte des Terrors

Terror-Reycling: Die deutschen TV-Sender rüsten sich für den ersten Jahrestag der Anschläge vom 11. September. Vor allem ARD und ZDF füllen ihr Programm mit zahlreichen Dokumentationen. Im Vordergrund stehen allerdings bekannte Fragestellungen und ausgedehnte Rückblicke.


Einsturz des New Yorker World Trade Centers am 11. September 2001: "Tag des Terrors"
AFP

Einsturz des New Yorker World Trade Centers am 11. September 2001: "Tag des Terrors"

Hamburg - Besonders umfangreich fällt das Sonder-Programm zum 11. September beim ZDF aus: Bereits am 23. August (21.15 Uhr) untersucht der Mainzer Sender in einer Übernahme vom britischen Channel 4 ("Hölle am Himmel") die Frage, wieso die Zwillingstürme des World Trade Center so schnell einstürzten, obwohl ihre Konstruktion in den sechziger Jahren als revolutionär galt. Leider eine nicht ganz so neue Frage, die in den Wochen nach den Anschlägen bereits erschöpfend beantwortet wurde.

Der britische Journalist Brian Lapping zieht wenige Tage darauf in seiner zweiteiligen Dokumentation "Tot oder lebendig" (ZDF, 27./28. August, jeweils 22.15 Uhr) noch einmal eine Bilanz des Anti-Terror-Kriegs. "Spur der Angst" lautet der Titel einer Reise des ZDF-Korrespondenten Eberhard Piltz durch ein verändertes Amerika, die am 6. September um 21.15 Uhr ausgestrahlt wird. Nach einer "Langen Nacht" zum Terror-Thema wird am 11. September Steffen Seibert ("ZDFreporter") ab 14 Uhr ein Spezial zum "Tag des Terrors" moderieren.

Auftakt der ARD-Berichterstattung ist am 30. August um 21.45 Uhr mit einer NDR-Dokumentation, ebenfalls "Tag des Terrors" genannt, in der die Geschehnisse des 11. Septembers noch einmal rekonstruiert werden. Am 9. September (1.05 Uhr) wird das preisgekrönte NDR-Feature "Die Todespiloten" wiederholt. Am Jahrestag selbst wird wie bei der Konkurrenz nachmittags live aus New York berichtet. Als Höhepunkt am Abend (20.15 Uhr) zeigt die ARD den Film "11. September" ("9/11") der beiden französischen Brüder und Filmemacher Gédéon und Jules Naudet, die zufällig Zeugen des Anschlags im World Trade Center wurden. Der Film wird zeitgleich auch in zahlreichen anderen Ländern ausgestrahlt.

Rückblicke und Diskussionen

Nicht ganz so umfangreich das Terror-Paket der Privaten: RTL konzentriert sich ganz auf den 11. September: Ein "Stern TV"-Spezial widmet sich am Abend (20.15 Uhr) mehrere Stunden lang mit Studiogästen dem Thema des Tages. Nachrichten-Anchorman Peter Kloeppel wird sich zuvor in "RTL aktuell" live aus New York melden. Das Nachtjournal mit Heiner Bremer wird am 10. und 11. September ebenfalls live aus der US-Metropole gesendet.

Konkurrent Sat.1 wird am 11. September tagsüber in Boulevard- und Nachrichtensendungen über den Jahrestag berichten, in die USA wird jedoch aus der Berliner Zentrale niemand zusätzlich entsandt, ließ der Privatsender verlauten. Bereits Am 2. September (23.05 Uhr) untersucht Sat.1 auch noch einmal, wieso das für seine Ingenieurskunst gefeierte World Trade Center dem Einschlag der beiden Flugzeuge nicht standhalten konnte. Der Spielfilmsender ProSieben beschränkt sich bei der Berichterstattung aus New York auf die tagesaktuellen Sendungen.

Natürlich widmen sich auch die Nachrichtensender ausführlich dem Jahrestag des Terrors: N24 will bereits vor den Live-Übertragungen der Gedenkfeiern am 11. September in Rückblicken Bilanz ziehen. Für den 9. September ist eine Diskussionssendung mit dem Schriftsteller Rafael Seligmann als Moderator geplant. n-tv fängt mit der rückblickenden Berichterstattung am Wochenende vor dem Jahrestag (7./8. September) an. Am 11. September um Punkt 14.46 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des Aufpralls des ersten Flugzeugs in das World Trade Center, beginnt dann bei n-tv die Live-Berichterstattung von der Gedenk-Zeremonie am "Ground Zero" in New York.

Phoenix, der "Ereigniskanal" von ARD und ZDF, wird allein am 11. September zehn Stunden lang berichten. Auch der deutsch-französische Kultursender Arte widmet sich dem Gedenktag ausführlich: Ein Themenabend ist für den 10. September geplant. Vor und nach dem 11. September sind drei Dokumentationen und fünf Reportagen vorgesehen.



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