TV-Film "Aufstand der Alten" ZDF wehrt sich gegen Sozialverband

Alte Menschen sind manchmal verwirrt. Aber so derangiert, dass sie einen ZDF-Thriller nicht mehr als Fiktion erkennen, sind die wenigsten. Der Sozialverband VdK glaubt dennoch, dass "Aufstand der Alten" Senioren verstört. Das Zweite wehrt sich.

Hannover - Das ZDF wehrt sich gegen Kritik des Sozialverbands VdK an dem Dreiteiler "2030 - Aufstand der Alten". Die Rentner von heute könnten sehr wohl zwischen Wirklichkeit und Fiktion unterscheiden, erklärte heute der zuständige ZDF-Redakteur Steffen Bayer in Mainz. Der Film wolle niemanden verunsichern, sondern aufrütteln und aufklären, "damit es gerade nicht zur Spaltung zwischen Jung und Alt kommt". Die Gesellschaft habe schon viel zu lange die Themen Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit vernachlässigt.

Der TV-Film entwirft ein düsteres Bild vom Leben deutscher Rentner im Jahr 2030. Der Staat zahlt nur noch eine Grundrente von 560 Euro, die Pensionäre an ein Unternehmen abtreten können, um eine günstige Rundum-Versorgung auch im Krankheitsfall zu erhalten. Doch eine junge Journalistin kommt dunklen Machenschaften des Konzerns auf die Spur.

Die Science-Fiction-Story bedient sich dabei eines dokumentarischen Stils, der zeitgenössische Politiker und ihre Aussagen zur Rente zitiert.

Klaus Hirrlinger, Präsident des mit 1,4 Millionen Mitgliedern größten Sozialverbands Deutschlands, hatte in der "Neuen Presse" kritisiert, dass eine öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt nicht durch Fiktion Angst bei den Menschen verbreiten solle, vor allem nicht bei den Älteren.

"Meine Befürchtung ist, dass insbesondere Ältere am Schluss gar nicht mehr wissen: Was ist Fiktion, was Realität, wohin soll der Zug fahren?" Das ZDF müsste sich fragen, ob es mit dem Film den Aufstand der Alten provozieren wolle.

Der zweite Teil von "Aufstand der Alten" mit dem Titel "Das Leben im Untergrund" ist für heute Abend, 21 Uhr, angekündigt, den letzten Teil zeigt das ZDF am kommenden Dienstag um 20.15 Uhr.

Teil eins verfolgten etwas über vier Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 11,8 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte das ZDF überdurchschnittliche 10,5 Prozent und bei der Gruppe der 30- bis 59-Jährigen 13,5 Prozent.

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