TV-Quoten Pilawa triumphiert über neue RTL-Serien

Neue Serien und das Finale der Koch-Soap "Teufels Küche": RTL tischte gestern Abend ein reichhaltiges Programm auf. Gegen Jörg Pilawas ARD-"Starquiz" hatten "Wilde Engel" und "Das geheime Leben der Spielerfrauen" jedoch das Nachsehen. Die Nachrichtensender zeigten sich zufrieden mit der Live-Übertragung aus dem Visa-Ausschuss.


RTL-Serie "Wilde Engel": Action gegen ARD-Quiz
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RTL-Serie "Wilde Engel": Action gegen ARD-Quiz

Hamburg - RTL kann mit dem Auftakt seiner beiden neuen Serien am Donnerstagabend dennoch zufrieden sein: Um 20.15 Uhr erzielte die zweite Staffel der runderneuerten Action-Reihe "Wilde Engel" nach Senderangaben 4,01 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 12,8 Prozent), die anschließende Fußball-Soap "Das Geheimnis der Spielerfrauen" erreichte 3,13 Millionen Zuschauer (10,3 Prozent Marktanteil).

In der für RTL wichtigen Zielgruppe der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren betrugen die Marktanteile 19,3 ("Wilde Engel") und 16,4 Prozent. Der letzte Teil der RTL-Kochreihe "Teufels Küche" wurde ab 22.15 Uhr von 2,40 Millionen Zuschauern (13,2 Prozent) gesehen. "Küchen-König" wurde Schlagersänger Patrick Lindner, der zum Einstieg in seine berufliche Karriere bereits eine Koch-Lehre absolviert hatte.

Quotenkönig des Abends war jedoch Jörg Pilawa mit seinem "Starquiz" in der ARD, das ab 20.15 Uhr über 7,07 Millionen Zuschauer (22,5 Prozent Marktanteil) verfügte. Die Sat.1-Comedy "Schillerstraße" schalteten zur selben Zeit 3,44 Millionen Menschen (11,0 Prozent) ein, "Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben" im ZDF verfolgten 3,69 Millionen (11,8 Prozent), der ProSieben-Film "Stürmisch verliebt" erreichte 1,64 Millionen Zuschauer (5,3 Prozent).

Visa-TV: "Gelungenes Experiment"

Gute Quoten erreichte die erste Live-Übertragung aus einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in der Geschichte des Bundestags. Der Nachrichtensender n-tv zeigte sich mit den Einschaltquoten seiner Übertragung ab 9 Uhr bis zum Mittag zufrieden. Auch der von ARD und ZDF gemeinsam betriebene Dokumentations-Sender Phoenix, der die Anhörungen des Visa-Ausschusses als einziger 14 Stunden lang in voller Länge übertrug, sprach von einem "gelungenen Experiment". Der ProSieben-Sat.1-Nachrichtensender N24 erzielte mit einem Spitzen-Marktanteil von einem Prozent ebenfalls eine Quote über dem Senderdurchschnitt.

Phoenix erzielte eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 230.000 (Marktanteil 1,6 Prozent). Der Sender hat normalerweise einen Jahresdurchschnitt von 0,5 bis 0,6 Prozent. n-tv erreichte nach eigenen Angaben bei allen Zuschauern im Schnitt 160.000, der Marktanteil lag bei 3,0 Prozent und damit weit über dem Senderdurchschnitt von 0,5 Prozent. Vor allem ältere Zuschauer schalteten die Befragung des früheren Staatsministers im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer (Die Grünen), bei n-tv ein. In der Zielgruppe ab 14 Jahren zählte der zur RTL-Gruppe gehörende Sender in der Spitze bis zu 250.000 Zuschauer, der Marktanteil lag bei 5,7 Prozent.

Die Phoenix-Programmgeschäftsführer Christoph Minhoff und Klaus Radke betonten, die hohen Zuschauerzahlen könnten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bildführung des Bundestagsfernsehens noch weiter verbessert werden könne. Befürchtungen, Live-Fernsehübertragungen aus Untersuchungsausschüssen könnten den Stil und die Arbeitsweise solcher Gremien nachteilig verändern, hätten sich aber nicht bestätigt, fügten sie hinzu.

Alle Sender wollen auch am Montag wieder live dabei sein, wenn Außenminister Joschka Fischer (Die Grünen) vor dem Ausschuss aussagt. N24-Sprecher Thorsten Pütsch zeigte sich überzeugt, dass die Quoten dann aufgrund der Prominenz des Zeugen noch einmal anziehen werden.



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