TV-Zuschauer Altersversorgung wird Programm

Ältere Menschen schalten ab? Falsch. Wer in die Jahre kommt, schaltet ein: vorzugsweise bei den großen TV-Programmen. Die von der Werbung heiß begehrte jüngere Zielgruppe wandert ab - zu kleineren Privatsendern.


Hamburg - Die Zielgruppe der älteren Fernsehzuschauer wächst -  so das Ergebnis einer Analyse des ProSiebenSat.1- Vermarkters SevenOne Media. Fast alle großen Fernsehsender haben in den vergangenen fünf Jahren Zuschauer verloren - besonders bei jungen Nutzern, so die Studie.

Besonders dramatisch sieht der Verlust des jungen Publikums bei den großen öffentlich-rechtlichen Sendern aus, die ohnehin weniger Zuschauer unter 30 haben als RTL oder Sat1.

So verlor die ARD beim Gesamtpublikum in den letzten zehn Jahren 1,1 Prozentpunkte und kam im vergangenen Jahr auf 13,5 Prozent. Bei den 20- bis 29-jährigen TV-Nutzern sank die Quote von 9,7 auf 5,7 Prozent, während der Anteil der 60- bis 69-Jährigen und der Älteren ab 70 leicht zunahm. Eine ähnliche Entwicklung musste das ZDF verzeichnen.

Aber auch der private Marktführer RTL muss Einbußen hinnehmen. Der Marktanteil insgesamt fiel von 17,6 auf 13,2 Prozent ab, das Interesse der 20- bis 29-Jährigen ging von 21,3 auf 15,3 Prozent zurück und das der 30- bis 39-Jährigen von 19,7 auf 15,8 Prozent. Ähnlich ist die Situation bei Sat.1. ProSieben hat insgesamt Zuschauer verloren, aber anders als die anderen großen Sendern bei den 14- 19-Jährigen zugelegt.

Während die Zuschauer den großen Sendern in Scharen davon laufen, können die Privatsender aus der zweiten Reihe Erfolge feiern: Vox verbesserte sich beim Gesamtpublikum von 2,6 auf 4,2 Prozent und vor allem bei den jüngeren zwischen 20 und 29 von 2,6 auf 7,0 Prozent. RTL II legte in dieser Zielgruppe von 5,9 auf 8,0 Prozent zu, Kabel 1 von 3,2 auf 6,0 Prozent.

anr/dpa



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