Berliner Museen Kittelmann kündigt Nationalgalerie-Abschied an

Seit 2008 war Udo Kittelmann Direktor der Nationalgalerie Berlin. Nun wurde bekannt, dass der Museumsmacher seinen im Oktober 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, im Hamburger Bahnhof.
Britta Pedersen/ DPA

Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, im Hamburger Bahnhof.


Der bisherige Direktor der Nationalgalerie Berlin, Udo Kittelmann, verlässt seinen Chefposten. Überraschend vermeldete die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Mittwoch, dass der 61-Jährige auf eigenen Wunsch seinen bis Oktober 2020 laufenden Vertrag nicht verlängern werde. Kittelmann stand zwölf Jahre an der Spitze des Fünf-Häuser-Verbundes, zu dem neben Alter und Neuer Nationalgalerie das Museum Berggruen, die Sammlung Scharf-Gerstenberg sowie der Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart gehören. Bis zur Neubesetzung der Stelle wird Joachim Jäger, sein bisheriger Stellvertreter, kommissarisch den Posten übernehmen.

Am 1. November 2008 hatte Kittelmann den Chefposten als Nachfolger von Peter-Klaus Schuster übernommen. Zuvor war Kittelmann Direktor des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main gewesen. "Udo Kittelmann hat die Nationalgalerie im nationalen wie internationalen Rahmen zum Global Player gemacht", sagte Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, in einem Statement. Parzinger sprach von außergewöhnlichen kuratorischen Fähigkeiten, Lust an der Kunst und untrüglichem Gespür für interessante Positionen.

Für Aufsehen sorgt zurzeit die Emil-Nolde-Ausstellung. Der Blick auf eine Ikone des Expressionismus als Unterstützer des Nationalsozialismus lockt zahlreiche Besucher in den Hamburger Bahnhof. Gezeigt wird auch Noldes Gemälde "Brecher" von 1936. Das Bild hing mit "Blumengarten (Thersens Haus)" (1915) als Leihgabe im Arbeitszimmer von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Viel beachtete Ausstellungen gab es auch mit Werken von David Chipperfield (2014), Ernst Ludwig Kirchner(2016) oder Hanne Darboven (2017).

Kittelmann, 2013 als "Europäischer Kulturmanager des Jahres" geehrt, öffnete seine Museen auch für ungewöhnliche Events. So überließ er die Haupthalle des Hamburger Bahnhofs im Frühjahr für zwei Monate der Urban-Dance-Gruppe Flying Steps und dem brasilianischen Künstlerduo Osgemeos für eine spektakuläre Version aus Tanz, Musik und Kunst von Modest Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Zudem ließ er die Band Kraftwerk auftreten.

Nach der sanierungsbedingten Schließung der Neuen Nationalgalerie im Frühjahr 2015 wurde mit der "Neuen Galerie" im Hamburger Bahnhof eine temporäre Heimstätte für die Kunst der Klassischen Moderne eingerichtet. Große Teile der Sammlung der Nationalgalerie waren nach Stiftungsangaben im Ausland und anderen Städten Deutschlands zu sehen.

sku/dpa



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