Umstrittene Spenden Deutsche Firmengelder für libysche Propagandakunst

Es ist ein grotesker Dienst am libyschen Diktator Gaddafi: Mehrere Unternehmen, darunter die BASF-Tochter Wintershall, haben nach SPIEGEL-Informationen eine Ausstellung unterstützt, in der unter anderem Werke des Gaddafi-Sohns Saif al-Islam gezeigt wurden.

Gaddafi-Sohn Saif al-Islam Gaddafi: "Einzigartiger Adler"
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Gaddafi-Sohn Saif al-Islam Gaddafi: "Einzigartiger Adler"


Hamburg - Im Zuge der neuen Sicht auf den ehemaligen EU-Verbündeten Muammar al-Gaddafi und seinen Clan geraten auch deutsche Firmen ins Zwielicht. Ein groteskes Beispiel für die deutsche Servilität gegenüber dem Diktatoren-Clan liefert eine Wanderausstellung, die 2002 in Berlin gezeigt und zu der auch ein Hochglanzkatalog gedruckt wurde.

Unter dem Titel "Die Wüste schweigt nicht" wurde relativ naive libysche Kunst präsentiert, darunter auch Werke von Gaddafi-Sohn Saif al-Islam, der seinen Vater als "einzigartigen Adler" im Kampf gegen die Neo-Kreuzzügler aus dem Westen malte. Saif al-Islam, der sich lange als Vermittler zum Westen hervortat, drohte erst vor wenigen Wochen im Fernsehen den Demonstranten in seinem Land.

Die damalige Ausstellung wurde vor allem durch deutsche Spenden möglich: Neben Babcock Borsig, der Metz-Gruppe und MAN Ferrostaal tat sich besonders die BASF-Tochter Wintershall hervor. In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, so ein Firmensprecher, sei die Ausstellung mit 250.000 Euro gefördert worden. Wintershall ist seit Jahrzehnten in der Ölförderung in Libyen aktiv und hat Milliarden Euro an Konzessionsgeldern an das Regime gezahlt.



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