Umstrittenes Kunstwerk Hamburg will Schneiders schwarzen Würfel zeigen

Die Hamburger Kunsthalle will den umstrittenen schwarzen Kubus des Künstlers Gregor Schneider ausstellen. Ursprünglich sollte das an die Kaaba erinnernde Kunstwerk auf der Biennale in Venedig zu sehen sein, wurde jedoch aus Angst vor Terroranschlägen abgelehnt.

Hamburg - Die Kunstbiennale in Venedig und der Hamburger Bahnhof in Berlin hatten Schneiders Kunst-Projekt wegen politischer Bedenken abgelehnt, jetzt wagt sich die Hamburger Kunsthalle an die viel diskutierte Installation, einem schwarzem Quader, der Assoziationen zur Kaaba, dem religiösen Heiligtum der Muslime, hervorruft. "Das Kunstwerk soll keine Provokation sein, sondern das Gegenteil: ein temporäres Mahnmal der Toleranz", sagte der erst vor kurzem berufene Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Schneiders Installation, ein zwölf Meter großer schwarzer Würfel, soll auf dem Platz zwischen dem historischen Gebäude der Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart in Hamburg aufgebaut werden. "Das Kunstwerk passt hervorragend zu unserer Ausstellung 'Das Schwarze Quadrat - Malewitsch und die Folgen bis heute'", begründete Gaßner seine Entscheidung . Drei Monate lang, von März bis Juni 2007, könnte der Quader in der Hansestadt zu sehen sein. Der Kunsthallen-Direktor ist überzeugt, dass Schneiders Werk den Dialog der Kulturen eher fördert als behindert. 

Gespräche mit dem Künstler habe es bereits gegeben, auch der Bauantrag sei gestellt. Unterstützung von der Hamburger Kulturbehörde steht ebenfalls in Aussicht: "Der Kubus ergänzt die Ausstellung über die russischen Konstruktivisten sehr gut", sagte ein Sprecher der dpa.

Der in Rheydt bei Mönchengladbach residierende Künstler Gregor Schneider hatte 2001 für seine Gestaltung des deutschen Pavillons bei der Biennale in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Er zeigte sich gegenüber dpa begeistert von dem Vorhaben der Kunsthalle: "Ich glaube, der Ort ist einfach ideal, und der Kubus würde sich wunderbar in die Architektur zwischen Alt und Neu einfügen." Sein Kunstwerk sei "ein wunderbares Symbol für kulturelle Verbindungen, ein wunderbares Zeichen für Gemeinsamkeiten". Er hoffe, "dass der Kubus als ein positives Zeichen interpretiert wird und nicht für andere Dinge missbraucht wird."

Die Organisatoren der Biennale in Venedig, wo der Kubus ursprünglich auf dem Markusplatz aufgebaut werden sollte, hatten das Projekt aus Sicherheitsbedenken und aus Angst vor terroristischen Attentaten verboten. Laut Aussage des Zentralrats der Muslime in Deutschland würden jedoch religiöse Gefühle durch Schneiders Würfel nicht verletzt. "Es ist nicht verboten, die Kaaba darzustellen. Es gibt Darstellungen in Hülle und Fülle", sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Nadeem Elyas, der dpa. Er bedauerte das Verbot der Italiener im Sommer 2005: "Die Entscheidung ist nicht förderlich für den Dialog zwischen Muslimen und Christen."

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