Unionsforderung Schmidt & Co. sollen Verdienst offenlegen

Wie viel verdient Harald Schmidt? Das interessiert auch die Politik. Unions-Finanzexperte Bernhardt greift jetzt in die Debatte um Managergehälter ein - mit dem Vorschlag, die Einnahmen von öffentlich-rechtlichen Fernsehstars zu veröffentlichen.


Berlin - Wenn die Manager dran glauben müssen, dann die Stars aus Fernsehen und Sport erst recht: Nach diesem Motto wollen Finanzexperten der Union die Debatte über eine Begrenzung von Managergehältern auf Sportstars ausdehnen - und auf Großverdiener im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Wenn die große Koalition über Sonderregeln für die Wirtschaft spreche, dann müsse man jetzt auch Sportler und Medienleute in den Blick nehmen, sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Otto Bernhardt, am Montag in Berlin.

Die SPD und der Arbeitnehmerflügel in der Union drängen derzeit auf Gesetzesänderungen, nachdem die Bezüge von Dax-Vorständen binnen vier Jahren um 62 Prozent, die Löhne aber nur um zwei Prozent gestiegen sind. Bernhardt sagte, eine Begrenzung der Manager-Gehälter nach oben werde die Union nicht mitmachen: "Da würden wir uns lächerlich machen, das ist nicht zu kontrollieren." Außerdem sei er gegen eine gesonderte Besteuerung von Spitzengehältern.

Wenn aber, wie derzeit erwogen, die Vorschriften über die Veröffentlichung von Vorstandsgehältern weiter verschärft würden, müsse man sich auch ansehen, was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verdient werde: "Das zahlt die Öffentlichkeit zu 100 Prozent aus Gebühren."

Der CDU-Finanzpolitiker sagte, es sei denkbar, dass Vergütungen von über eine Million Euro veröffentlicht werden müssten. Das dürfte wiederum einige TV-Großverdiener nicht sonderlich erfreuen: So hatte es zum Beispiel beim Wechsel des Entertainers Harald Schmidt vom Privatfernsehen zur ARD vor drei Jahren eine Debatte über die Höhe seines Honorars gegeben. Verschiedene Medien schätzten damals, dass Schmidt rund zehn Millionen Euro jährlich für seine Show kassiert. Und auch Entertainer wie Thomas Gottschalk oder der mit seiner eigenen Produktionsfirma "i&u" (Information und Unterhaltung) auf allen großen Kanälen omnipräsente Günther Jauch gehören zu den Großverdienern.

tdo/Reuters



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