US-Medien Knut geht nach Übersee

Die Knut-Manie nimmt kein Ende: Jetzt macht der kleine Berliner Eisbär sogar schon international Karriere. Auf dem Cover der Mai-Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift "Vanity Fair" darf er neben Leonardo DiCaprio posieren.


Los Angeles - Knut-Fans werden ein entzücktes Geheul loslassen, das an die tierischen Laute des Eisbärbabys erinnert; Knut-Hasser werden eher entnervt aufstöhnen: Die deutsche Bärenmanie hat sogar schon Amerika erreicht. Das jedenfalls könnte man denken, wenn man sich das Cover der US-Ausgabe des Magazins "Vanity Fair" ansieht: Da posiert der possierliche Knut zu Füßen des Hollywood-Stars Leonardo DiCaprio auf einer Eisscholle und gibt das Titelmodell für die zweite jährliche "green issue" der Zeitschrift, die sich ausschließlich Umwelt-Themen widmet.

Cover der amerikanischen "Vanity Fair": Knut und Leo auf dem Eis

Cover der amerikanischen "Vanity Fair": Knut und Leo auf dem Eis

Aufgenommen wurde das Foto von der Star-Fotografin Annie Leibovitz, die zunächst DiCaprio auf dem Jökulsárlón-Gletscher im südöstlichen Island knipste und dann nach Belin reiste, um den kleinen Knut abzulichten. Beide Aufnahmen wurden dann am Computer zusammenmontiert.

Knut und Leo trafen also nicht wirklich aufeinander. Die Besucher des Berliner Zoos hätten es auch sicher gemerkt, wenn ihr Liebling für ein paar Tage auf Foto-Shooting gewesen wäre. Allein am Osterwochenende strömten Zehntausende in den Tiergarten, um den Kleinen beim Spielen und Herumtollen im Gehege zuzuschauen. Die deutsche "Vanity Fair" hatte den neuen Darling der Nation bereits vor zwei Wochen auf dem Titel - ohne Hollywood-Unterstützung, versteht sich.

Der engagierte Umweltschützer DiCaprio wirbt in der amerikanischen "Vanity Fair" allerdings nicht für einen neuen Spiefilm, sondern für seine Dokumentation "The 11th Hour", in dem Persönlichkeiten wie Stephen Hawking und Michael Gorbatschow über den Zustand der Welt und der Menschheit diskutieren.

bor



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