US-Zeitungskrise "New York Times" und "Washington Post" verkünden Einschnitte

Neue Kürzungen bei zwei großen Zeitungen in den USA: Mit Abfindungen will die "Washington Post" weitere Mitarbeiter zum Gehen bewegen. Die "New York Times" zahlt in diesem Jahr weniger Gehalt und streicht 100 Stellen - bleibt aber trotzdem die größte Redaktion der USA.


New York - Einbrechende Werbeerlöse veranlassen die zwei Traditionsblätter zu weiteren Maßnahmen: Die "New York Times" streicht zusätzliche 100 Stellen außerhalb der Redaktion und kürzt leitenden Redakteuren und Managern die Gehälter für den Rest des Jahres um fünf Prozent. Die "Washington Post" kündigte am Donnerstag eine neue Runde von Abfindungsangeboten an.

New-York-Times-Gebäude: Trotz Stellenstreichung immer noch die mit Abstand größte Redaktion in den USA
AFP

New-York-Times-Gebäude: Trotz Stellenstreichung immer noch die mit Abstand größte Redaktion in den USA

Nach einem Verlust im Vorjahr befürchtet die "Washington Post" auch für 2009 ein Minus. Der Gesamtkonzern rund um das Print-Flaggschiff schrieb dank anderer Sparten 2008 insgesamt aber schwarze Zahlen. Das Blatt hat bereits mehrere Abfindungsrunden hinter sich. Sollten nicht genug Mitarbeiter die Angebote annehmen, könne es Kündigungen geben, sagte Herausgeberin Katharine Weymouth mehreren US-Medien, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Das Verlagshaus um die "New York Times" (NYT) baute bereits im vergangenen Jahr Stellen ab. Die Redaktion musste zwar auch erste Einschnitte hinnehmen, ist mit fast 1.300 Stellen aber noch immer die mit weitem Abstand größte der USA. Der NYT-Verlag forderte auch die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten zum Lohnverzicht auf. Sonst drohten Entlassungen. Die Gruppe verhängte zudem auch bei den meisten ihrer anderen Medien mit Ausnahme der "International Herald Tribune" Gehaltskürzungen. Die Beschäftigten bekommen im Gegenzug allerdings zusätzliche freie Tage.

Kürzlich hatte die NYT-Gruppe ihre erst 2007 fertiggestellte Zentrale in Manhattan wegen Geldnöten verkaufen müssen und ist dort nun Mieter. Zudem holte sie sich vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim im Gegenzug für weitere Anteile eine Kapitalspritze.

fsc/dpa-AFX



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