US-Zeitungssterben Tribune Company lagert Traditionsblätter aus

Der Strategiewechsel in der US-Medienbranche erreicht die Tribune Company: Wie die News Corp will nun auch das Chicagoer Unternehmen das Verlagsgeschäft mit Titeln wie der "Los Angeles Times" abspalten. Künftig konzentriert sich der Konzern auf seine lokalen TV-Sender.

Tribune Tower in Chicago (Archivbild): Ausbau der TV-Sparte
REUTERS

Tribune Tower in Chicago (Archivbild): Ausbau der TV-Sparte


Hamburg/Chicago - Das Zeitungssterben zwingt Verlagshäuser zur Neuausrichtung des Mediengeschäfts. Jetzt spaltet sich ein weiterer Konzern in den USA auf. Die Tribune Company wird ihr Standbein mit traditionsreichen Titeln wie der "Chicago Tribune", der "Los Angeles Times" oder der "Baltimore Sun" in ein eigenständiges Unternehmen auslagern und dessen Anteile unter ihren Aktionären verteilen. Das Medienhaus konzentriert sich künftig vor allem auf seine 42 lokalen Fernsehsender, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Chicago an.

Das Zeitungsgeschäft werde künftig von der Tribune Publishing Company übernommen, heißt es in der Ankündigung. Dazu gehören neben den oben genannten Titeln auch der "Sun Sentinel" in Südflorida, der "Orlando Sentinel", der "Hartford Courant" sowie die Blätter "The Morning Call" und "Daily Press".

Die Tribune Company geht damit einen ähnlichen Weg wie die News Corp von Rupert Murdoch. Der australisch-amerikanische Medienzar hatte Ende Juni die Aufspaltung seines Imperiums organisiert. Dabei trennte er Zeitungstitel wie das "Wall Street Journal" oder die britische "Sun" von den wesentlich einträglicheren Fox-Fernsehsendern und dem Hollywood-Studio 20th Century Fox; in der Unternehmensgruppe 21st Century Fox sind künftig die elektronischen Medien gebündelt. Auch der Bezahlsender Sky Deutschland gehört zu Murdochs Medienreich; im Januar hatte der Konzern die Mehrheit an dem Pay-TV-Sender übernommen.

Bereits im März wurde bekannt, dass auch der Konzern Time Warner seine Verlagssparte abspaltet - und damit prestigeträchtige Titel wie "Time", "People" und "Sports Illustrated" in einem eigenständigen Unternehmenszweig fortführt. Die Zukunft der Magazine ist damit ungewiss.

Bei der Tribune Company gibt es schon länger Spekulationen, dass sie ihre Zeitungstitel verkaufen könnte. Das Unternehmen war erst Ende vergangenen Jahres der Insolvenz entkommen und arbeitet seitdem an einer Neuaufstellung.

Sichtbarstes Zeichen für den Strategiewechsel war die Ankündigung in der vergangenen Woche, dass der Konzern für 2,7 Milliarden Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) insgesamt 19 TV-Stationen übernehmen wolle. Damit stieg die Tribune Company zu einem der größten Anbieter lokaler Fernsehprogramme in den USA auf. Ein genauer Plan zur Aufspaltung soll bis zur Mitte kommenden Jahres ausgearbeitet werden.

bos/dpa



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
raber 10.07.2013
1. Zeitungen auslagern und anschliessend lokal verkaufen
Vielleicht ermöglicht die Aufspaltung eine vielfältigere Berichterstattung und mehr Unabhängigkeit da die Zeitungen anschliessend "lokalen" Investoren weiterverkauft würden. Natûrlich wird die lokale Politik auch davon profitieren wollen. Das Sterben von einigen Zeitungen ist trotzdem vorauszusehen. Los Angeles hat sowieso jede Menge lokale Nachrichten über Los Angeles und der Einflusszone und Nachbargebiete die ziemlich uniteressant für Miami sind. Diese Aufteilung wird diesen Interessenswirklichkeiten wohl noch mehr Aufmerksamkeit geben.
ambulans 10.07.2013
2. wie wärs
mit einem anruf bei warren buffett? der kauft derzeit doch gerade titel mit potential ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.