Nach Ibiza-Affäre Tausende Menschen feiern mit Vengaboys in Wien

In Wien sind rund 6000 Menschen zu einer FPÖ-kritischen Demonstration gekommen. Auch die Band Vengaboys war dabei - und spielte vor begeistertem Publikum die inoffiziellen Hymne der Regierungskrise in Österreich.

Die niederländische Band Vengaboys: "Wir lieben dich, Wien"
Lukas Huter/ DPA

Die niederländische Band Vengaboys: "Wir lieben dich, Wien"


Die Band Vengaboys feiert gerade ein großes Comeback: Am Donnerstag traten die vier Musiker in Wien vor rund 6000 Menschen auf, die sich nach der jüngsten Regierungskrise im Land für eine Demonstration am Ballhausplatz versammelt hatten. Der 20 Jahre alte Vengaboys-Hit "We're Going to Ibiza" ist zur inoffiziellen Hymne der Regierungskrise in Österreich geworden.

Ausgelöst wurde diese durch ein Video, das der SPIEGEL und die "Süddeutsche Zeitung" am 17. Mai veröffentlichten. Es zeigt den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Jahr 2017 im Gespräch mit einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte. Strache stellt dabei unter anderem Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe zugunsten der FPÖ in Aussicht und spekuliert über die vorteilhaften Folgen eines Kaufs der einflussreichen "Kronen-Zeitung" durch die vermeintliche Investorin.

Strache trat einen Tag nach der Veröffentlichung als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurück, die ÖVP-FPÖ-Regierung zerbrach. Inzwischen wurde auch Sebastian Kurz als Kanzler gestürzt. Die Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein soll nun das Land in den kommenden Monaten als erste österreichische Kanzlerin führen.

"We're Going to Ibiza" schaffte es in den Tagen nach der Veröffentlichung des Strache-Videos auf Platz eins der iTunes-Charts in Österreich. Daran wohl maßgeblich mitbeteiligt war Satiriker Jan Böhmermann, der das Lied kurz nach Veröffentlichung des Videos bei Twitter erwähnte.

Demonstranten in Wien jubeln den Vengaboys zu
CHRISTIAN BRUNA/EPA-EFE/REX

Demonstranten in Wien jubeln den Vengaboys zu

Seit dem Antritt von Österreichs Regierungskoalition aus ÖVP und der rechtpopulistischen FPÖ war es in Wien immer wieder zu den sogenannten Donnerstagsdemos gekommen. Die Protestierenden wollen auf rassistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich empfundenen Positionen der FPÖ aufmerksam machen.

An diesem Donnerstag fand die 32. Ausgabe statt. Laut Polizei nahmen rund 6000 Teilnehmer an der Demo in der Wiener Innenstadt teil. Die Veranstalter sprachen von 20.000 Besuchern.

aar/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Proggy 31.05.2019
1. Nett
Das Lied von Typically Tropical, hieß im Original "Barbados", Zweitverwertung halt. ... im September wird dann Eminem von der ÖVP eingeladen und gibt dem neuen Kanzler Kurz, ein Ständchen mit " I'm Back"?
Wmeinberg 31.05.2019
2. Ich habe die Hoffnung...
.... um Österreich noch nicht aufgegeben. Diese Donnertagsdemos in Wien gegen den Rechtsruck unterscheiden sich wohltuend von den düsteren Pegidamärschen montags in Leipzig. Es sind in Wien viele bunte und offene Menschen zu sehen, die ab jetzt eine neue Hymne haben. Härrlisch!
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