Verschollenes Gemälde "Mars und Venus" zurück in Potsdam

Ein über 60 Jahre lang verschollenes Barock-Gemälde ist wieder in Potsdam zu sehen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hätte es bereits 2001 wieder erwerben können. Wenn man gewusst hätte, wie das Werk aussieht.


Potsdam - Das Barockgemälde "Mars und Venus in der Schmiede des Vulkan" befindet sich wieder im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Generaldirektor Hartmut Dogerloh sagte am Dienstag in Potsdam, das Werk habe jahrzehntelang als verschollen gegolten.

"Mars und Venus in der Schmiede des Vulkans": Späte Heimkehr
AP

"Mars und Venus in der Schmiede des Vulkans": Späte Heimkehr

Im Jahr 2000 sei es plötzlich wieder im Handel aufgetaucht und ein Jahr später für 102.000 Pfund an einen Londoner Kunsthändler versteigert worden. Die Stiftung hatte ihren verlorenen Schatz bei der Auktion 2001 nicht entdeckt, da sie erst seit 2004 über eine Abbildung des Werkes verfügt. Jetzt sei es durch eine "gütliche Einigung" geglückt, das Gemälde wieder in den Besitz der Stiftung zu bringen, erläuterte Dogerloh. Die dafür gezahlte Summe werde aber nicht genannt.

Das Gemälde wurde Angaben zufolge 1771 von Friedrich dem Großen (1712-1786) für das Neue Palais erworben. Nachdem es 1942 in das Schloss Rheinsberg gebracht wurde, verlor sich seine Spur. Lange Zeit galten der flämische Künstler Jan Brueghel (1568-1625) und der deutsche Maler Hans Rottenhammer (1564-1625) als Urheber des nur 61 mal 44 Zentimeter großen Werkes. Erst später wurde es dem Rottenhammer-Schüler Hendrick van Balen (1575-1632) zugeordnet.

Das Bild soll jetzt wieder an seiner ursprünglichen Stelle im Neuen Palais gezeigt werden. Rund 3000 Kunstwerke werden laut Angaben der Stiftung noch vermisst. In der kommenden Zeit erwarte Kurator Gerd Bartoschek allerdings die Rückkehr zwei weiterer Gemälde nach Potsdam. Momentan befänden sich diese zwar noch im Besitz von öffentlichen Galerien, man führe aber Verhandlungen.

hae/ddp



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